Beim Schüleraustausch, an dem derzeit zwölf deutsche und zwölf polnische Schüler teilnehmen, geht es um einen kulturellen Austausch beider Länder. Daher besuchten die deutschen Schüler im April ihre polnischen Freunde, die nun für eine Woche in Forchheim zu Gast sind.

"Meistens ist der Blick in den Westen gerichtet, doch Europa wächst immer mehr zusammen. Wir möchten einen Blick in die andere Richtung öffnen und zeigen, dass es auch in Osteuropa schöne Kulturen gibt", schwärmt Oberstudienrat Thomas Lukat von dem Projekt.


Tiefe Freundschaften

Vier Lehrer begleiten den Schüleraustausch - zwei Lehrerinnen der Schule in Tschenstochau und zwei Lehrer des Ehrenbürg- Gymnasiums Forchheim. Aber nicht nur die Schüler wachsen in den zwei Wochen zusammen, sondern auch zwischen den Lehrern haben sich im Laufe der Jahre tiefe Freundschaften entwickelt. So werden die Initiatoren des Schüleraustausches, Thomas Lukat und Annemarie Luksch, von ihren polnischen Kolleginnen liebevoll Tomek und Anka genannt.

Der Schüleraustausch findet seit 2010 fast jährlich statt.Auf dem Wochenplan für die polnischen Gäste steht ein vielfältiges Kulturprogramm, Besuche in der Schule sowie Freizeitangebote - darunter Besichtigungen in Bamberg, Nürnberg und der Fränkischen Schweiz, bei der die Jugendlichen die Kultur ihrer Gastfamilien kennenlernen. Ein Besuch beim Forchheimer Bürgermeister stand am Montag auf dem Plan. Bei seiner Begrüßung in der Kaiserpfalz nahm Franz Streit (CSU) die Jugendlichen auf eine kulturelle und geschichtliche Reise Forchheims mit.


Ein zweiter Besuch in Forchheim

Einer Schülerin gefällt es in Deutschland so sehr, dass sie bereits zum zweiten Mal angereist ist. Asia Mielczarek: "Ich hatte hier viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen. Mit vielen bin ich befreundet", erzählt sie. Auch bei den anderen Jugendlichen, von denen die meisten zwischen 16 und 18 Jahre alt sind, kommt Franken durchweg positiv an. "Ich finde es hier sehr gemütlich, es gibt hier süße Straßen", sagt Zuzia Ciemienga.

Bereits nach wenigen Tagen in Deutschland fallen der 17-Jährigen Unterschiede zu ihrer Heimat auf. "Die Schulen sehen anders aus. Man darf keine Handys in der Schule benutzen und es gibt kaum Sitzmöglichkeiten in den Fluren." Seit sechs Jahren lernt das Mädchen nun in der Schule die deutsche Sprache - wollte ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und nahm deshalb am Schüleraustausch statt.

So sehr es den Jugendlichen in Franken gefällt: Am Freitag heißt es für die polnischen Schüler "Do widzenia". Keinesfalls "Auf Wiedersehen" sagen müssen die Jugendlichen zum Austausch, der auch in den kommenden Jahren stattfinden soll.