25.06.2014, Recife:

Heute stand ein Besuch in der Nachbarstadt Olinda auf meinem Plan. Olinda ist Unesco Weltkulturerbe. Gerade auf dem Weg, begann es heftig zu regnen - mal wieder! Also drehte ich um und ab in den Fitnessraum auf dem Dach, mit Pool. Die Tür zum "Sala da ginastica" war allerdings verschlossen. Als ich meinen Zimmerschlüssel vergebens probierte, klingelte plötzlich das Telefon neben mir.
Mittlerweile konnte ich mir schon zusammenreimen, was das zu bedeuten hatte, also bin ich direkt wieder in Richtung Rezeption nach unten mit dem Aufzug gefahren. Auch im Fahrstuhl sprach mich direkt eine Stimme an. Unten angekommen wurde mir, die Türen sind gerade mal aufgegangen, sofort der Zugangsschlüssel gereicht. Dem Trainingsprogramm stand also nichts im Wege. Als ich auf dem Weg war, die Schlüssel beim Concierge wieder abzugeben, kam mir wieder jemand zuvor und stand bereits vor dem Aufzug... Ich frage mich wirklich, ob die auch mein Zimmer mit Kameras verwanzt haben.


Der Regen zieht weiter

Immerhin, der Regen hatte mittlerweile aufgehört. In Olinda angekommen wimmelte es nur so von Touristen. Aber nicht von Deutschen, sondern Amerikanischen. Die waren hier echt zuhauf unterwegs, was erklärt, warum mir schon so viele deutsche Fans begegnet sind, die zwar Tickets für die ersten zwei Begegnungen hatten, jedoch nicht für das bevorstehende USA-Spiel. Vermutlich wird heute die deutsche Fangemeinschaft erstmals die kleinere sein, geschlagen von den Amis, die sich doch eigentlich gar nicht für Soccer interessieren...
Olinda kam von der Schönheit her nicht an Salvadors Altstadt heran. Am besten fand ich den Ausblick von der Hügelspitze über Olinda und Recife. Aber am witzigsten fand ich den Besuch in einer Kirche, die vom Aufbau genau der aus Salvador entsprach, hier aber keinen Eintritt kostete.
Da in der Ferne schon wieder die nächsten dunklen Regenwolken heranzogen und die Zeit fürs Mittagessen - verbunden mit dem Nachmittagsspiel - gekommen war, beschloss ich, ein Restaurant zu besuchen, welches von meinem Reiseführer "als eines der besten im Nordosten Brasiliens" angepriesen wurde. Gefunden habe ich es allerdings nicht, obwohl ich laut Karte genau richtig stand. Neben mir ging es nur einen steilen Hügel mit einer schmalen Holztreppe hinab. Scheinbar erregte ich aber durch meine suchenden Blicke Aufmerksamkeit, worauf ein Brasilieiro "Restaurante" zu mir hoch rief. Also bin ich ungefähr 50 Stufen die Holztreppe hinunter und tatsächlich: Dort war das Restaurant. Von oben allerdings war nur ein ganz normales Dach zu sehen (siehe Foto). Das Restaurant war richtig gut gefüllt (lauter Amis, die vermutlich auch den "Lonely Planet" Reiseführer besitzen). Einen Einzeltisch am Fenster mit einer hammer Aussicht und Blick zum Fernseher ergatterte ich noch. Wer sonst reist auch alleine?!

Gigantisches Mittagessen

Die Meeresfrüchte-Auswahl war schon mal vielversprechend. Ich entschied mich für die extra empfohlenen "Camaranha", sprich flambierte Garnelen mit gegrillten Mangos in einer Mangosoße. Das Essen hielt, was der Reiseführer verspricht. Es war bis jetzt das Beste in Brasilien und die Garnelen sogar die Genialsten, die ich jemals in meinem Leben gegessen habe. Butterweich, der Kopf schon entfernt, und ganz leicht - ohne Finger - aus der Schale herauszulösen. Ich frag mich, wie die das hinbekommen haben...
Nach dem Spiel verweilte ich noch kurz im Restaurant, da es - Überraschung! - mal wieder regnete, um mich dann auf den Rückweg am Fuße des Hügels zu machen. Die Gegend hier war bis auf ein paar verwegene Gestalten gottverlassen. Mit dem Taxi ging es durch Recifes Abendverkehr zurück zum Appartement. Ich bin gespannt, ob ich hier noch einen Taxifahrer finde, der meine Straße kennt...