Innerhalb des Gewerbegebietes "Handwerkerhof" gebe es keine rechtliche Möglichkeit, die Errichtung eines Antennenmastes zu verhindern, bekräftigten Bauamtsleiter Gerhard Zedler und Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) unisono. Den Mitgliedern des Bauausschusses bleibe somit nichts anderes übrig, als die geplante Errichtung eines 36 Meter hohen Betonmastes zur Kenntnis zu nehmen.
Der Hintergrund: Den Mobilfunkbetreibern wurde der Vertrag für die Nutzung des Fabrikschlotes der ehemaligen Spinnerei gekündigt. Als Ersatz will die "Deutsche Funkturm GmbH" neben dem Silo der Schreinerei einen Betonmast mit einem maximalen Durchmesser von 1,2 Metern errichten. Bis zur Spitze in 30 Metern Höhe verjüngt sich das Bauwerk auf 60 Zentimeter. Darauf kommt ein Mast-Ansatz mit Blitzableiter, so dass der Turm 36 Meter hoch wird.


Nachweise gefordert

Dennoch forderte Erwin Held (FW), das Unternehmen möge die Immissionen und die Notwendigkeit der Höhe nachweisen. "Die sollen beweisen, ob es nicht auch ein wenig kleiner geht", meinte Held. Und Heike Schade (FGL) bat darum, dass die Strahlenbelastung nicht noch höher werden solle als bisher. Auch Gerhard Meixner (FGL) wollte wissen, ob die Notwendigkeit der Höhe denn nachgewiesen sei.
"Nicht notwendig", befand Bauamtsleiter Zedler, denn in einem Gewerbegebiet gebe es für derartige Bauwerke keine Höhenbegrenzung. "Ablehnen könnten wir so einen Masten nur aus gestalterischen Gründen", ergänzte Oberbürgermeister Franz Stumpf, der aber darauf hinwies, dass dies in einem Gewerbegebiet nicht möglich sei.


Je höher desto besser?

Reinhold Otzelberger (SPD) gab zu bedenken, dass auch niedrige Sendemasten ein mulmiges Gefühl erzeugten. Da sei zu überlegen, ob eine größere Höhe des Mastens nicht sogar sinnvoll sei. "Das sieht zwar nicht schön aus", so Otzelberger, "aber wenn wir davon ausgehen, dass Fabrikschlote höher gebaut wurden, damit sich die Immissionen besser verteilten, nimmt ein höherer Mast etwas von den Bedenken."
Oberbürgermeister Franz Stumpf sagte zu, dass die geforderten Informationen bezüglich Immission und Notwendigkeit der Höhe nachgeliefert würden. Am Sachverhalt werde sich aber nichts ändern. Auch einer Zuhörerin, die wissen wollte, ob man denn gar nichts gegen die Planung machen könne, auch nicht auf dem Klagewege, antwortete Stumpf: "Klagen können Sie gegen alles", nur die Erfolgsaussichten seien äußerst gering.
Der zweite Funkmast soll auf dem Dach des Weiß-Tauben-Kellers im Forchheimer Kellerwald errichtet werden. Das Vorhaben liege im Außenbereich, dennoch sei die Errichtung von Mobilfunkanlagen zulässig. Die geplante Antennenanlage habe aber nur eine Höhe von acht Metern, gemessen ab dem Dachfirst. Vom Boden aus habe der Mast eine Höhe von 16 Metern. Zudem sei hinter dem Gebäude ein kleiner Container für die Technik notwendig. Die Bodenfläche dieses zwei Meter hohen Gebäudes bezifferte Zedler auf 2,5 mal 2,5 Meter.


Nicht genehmigungspflichtig

Auch dieses Vorhaben, so Bauamtsleiter Gerhard Zedler sei nicht genehmigungspflichtig. Forstamt und Liegenschaftsamt hätten die Maßnahme inklusive Basisraum befürwortet, weil bei Veranstaltungen bzw. Festen wie dem Annafest eine Erreichbarkeit über Mobilfunk gegeben sein müsse.
Stadtrat Manfred Mauser (FBF) sprach sich aus grundsätzlichen Erwägungen gegen die Errichtung eines Funkmastens im Kellerwald aus. Das sei ein Naherholungsgebiet für die Forchheimer, in dem ein Mobilfunk-Mast nichts zu suchen habe. Die Mehrheit des Bauausschusses stimmte dem Mobilfunkmast allerdings zu. Dagegen votierten drei Ratsmitglieder.