Mit Elton fing alles an. Katharina Langguth war auf den kleinen Jungen aufmerksam geworden, als der beim Discounter eine Packung Feuchttücher kaufte und diese mit ganz kleinen Münzen bezahlte. Katharina Langguth kaufte dem Knirps eine Packung Gummibärchen. Doch als sie aus dem Laden kam, war er schon weg.

Eine Woche später sah sie ihn wieder. Wie er nur mit einem dünnen Pullover bekleidet auf dem Parkplatz vor der Alten Spinnerei in der Bayreuther Straße bei knapp null Grad mit einem Roller herumdüste.

Kleider und Spielzeug
Hier sind etwa 50 Flüchtlinge, größtenteils aus dem Kosovo, untergebracht, erläutert Holger Strehl vom Landratsamt Forchheim.

Katharina Langguth wolle etwas tun. Sie rief via Facebook dazu auf, Kleider und Spielzeug für die Flüchtlinge zu spenden. Es kam einiges zusammen. So konnte sie bereits mehrmals nützliche Dinge mit ihrem Auto zu den Flüchtlingen bringen. "Ich hupe zwei Mal. Dann kommen sie und freuen sich riesig", freute sich darüber Katharina Langguth.

Immer noch melden sich hilfsbereite Menschen bei ihr. Sie fragen, ob Langguth denn noch etwas brauchen könne. Am Sonntag zum Beispiel hat sie gemeinsam mit Stephanie Mönius einen ganzen Kleinbus mit Säcken voll Kleidung, Fahrrädern, einem Kinderbett und vielen Kinderspielen zu den Flüchtlingen gebracht. Diese drängten sich dicht um das blaue Auto. Deutsch spricht kaum jemand von ihnen, die Verständigung ist deshalb nicht einfach. Die Kinder drückten sich an die jungen Frauen heran, denen nur wenig Platz bleibt, die begehrten Sachen auszuladen.

Da Langguth schnell mitbekam, dass die Flüchtlinge die Tüten mit Kleidung oft aufreißen, um so zu sehen, welche Stücke genau in den Tüten liegen, sortiert sie inzwischen alles vor.

"Wir sind Vorbilder"
Den ganzen Samstag waren Stephanie Mönius und Katharina Langguth damit beschäftigt. Die Freude der Menschen entschädigt sie für die viele Arbeit. Beide Frauen haben Kinder im Kindergartenalter, die ebenfalls lebhaft Anteil daran nehmen und ihre Mütter oft fragen, wie es den armen Menschen geht: "Wir sind ein Vorbild für unsere Kinder", sind sich beide sicher.

Dass gerade Fastenzeit ist - und somit vielleicht die genau passende Zeit für ein solches Engagement sei ein Nebeneffekt.

Allerdings spürten die jungen Frauen bei ihrem Aufruf über Facebook, dass nicht alle Menschen in Forchheim so großzügig denken, wie sie es selbst tun. Es habe auch Kritik gehagelt. Darüber, dass auch viele Deutsche der Hilfe bedürftig seien. Auf der anderen Seite fanden die beiden Frauen viel Zuspruch und Unterstützung. Sie sind sich sicher, ein gutes Werk zu tun.

Kontakt auf der Webseite
Holger Strehl vom Landratsamt Forchheim wies in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass auf der Webseite des Landratsamtes Ansprechpartner für jede Unterkunft zu finden sind. Diese könnten detailliert Auskunft darüber geben, was die Bewohner der einzelnen Heime tatsächlich brauchen könnten.

Heike Fuchs, die Sozialpädagogin beim Sozialdienst ist, berichtete ihrerseits, dass die Flüchtlinge in dieser Unterkunft bisher noch nicht von der Caritas betreut würden. Trotzdem sei es sinnvoll, Kontakt über die Webseite des Landratsamts zu den entsprechenden zuständigen Personen aufzunehmen.