Das Beste kommt zum Schluss. Das ist bei der Sendung mit der Maus so, und auch im Schülerdasein. Verkorkste Formeln, chemische Verbindungen, verstaubte Lyrik - die 63 Abiturienten am Herder-Gymnasium Forchheim können das Schulschiff erhobenen Hauptes verlassen und müssen sich keine "Blaubär-Geschichten" mehr ausdenken.
Rund um das "Abi" gibt es einige Komitees, die sich um den gebührenden Abgang kümmern: Abimotto, Abizeitung, Abiball oder eben Abischerz. Den richteten die Schüler am Dienstag unter ihrem Motto "Kabitän Blaubär, immer blau und trotzdem schlau" in der Aula aus - denn leider war das Wetter zu schlechten Scherzen aufgelegt und ließ es pünktlich zum Klingeln der fünften Schulstunde vom Himmel tröpfeln. "Was wollen die denn alle hier... ich hätte nie gedacht, dass die alle kommen", nicht nur eine Abiturientin war überrascht vom Ansturm auf die Aula und sowieso: "Ich kann noch gar nicht realisieren, dass es das jetzt war...", seufzte sie, während alle noch schnell schnell die letzten Improvisationen klarmachten.

Besser als Mathe, Physik und...

Vor allem die Kleineren freuten sich über die Abwechslung im Schulalltag und spendeten fleißig Applaus. Zugegeben, nicht bei jedem Lehrer oder jeder Lehrerin in gleichem Ausmaße, aber den Jubelstürmen nach traut der Nachwuchs seinen Kapitänen durchaus zu, ein sinkendes Schiff vor dem Untergang zu bewahren. Das Oberhaupt der Rettungsaktion wurde in verschiedenen Spielen gekürt. Anfangs durften alle noch gemeinsam die Köpfe zusammenstecken und sich überlegen, welcher Schüler der größte Schummler oder der Grandioseste im Geschichtenerzählen war. Einig waren sich die Lehrer zumindest in einem Matrosenranking: Nicht Hein Blöd, sondern der Schlauberger des Jahrgangs war Sebastian.

Mit der Ukulele in der Hand

Von den Spielklassikern eines jeden Kindergeburtstages über die Herausforderung, auf Kommando dichterisch und musikalisch zugleich zu sein, bis zum sportlichen Geschick forderte die Abi-Crew ihre Lehrer. Obwohl die Lehrer täglich vor den Schülern stehen, offenbarte sich genau, wer sich im Rampenlicht der Sonderschulstunde wohlfühlte.
So kann ein Abischerz nicht nur als Teil der Verabschiedung für die Abiturienten gesehen werden, sondern auch als Belohnung für die wirklich guten Fachkräfte - denn wer freut sich nicht, wenn er deutlich mehr von dem tosenden Zuspruch seiner Schüler erntet als die Kollegen?
In der vollbesetzten Aula wurden gleich mehrere zum Blaubär-Helden des Tages ernannt. Einer davon war Sven, oder auch: "Ach, das ist nur unser Pausenclown", wie Moderatorin Chiara erklärte, als er im Astronauten-Pappkarton-Starlight-Express-Stil über die Bühne rollte, während sich sein Lehrer an der Ukulele versuchte. Na, immerhin: Einer schien zu Scherzen aufgelegt zu sein.