45.000 Euro bewilligten die Kreisräte im Kulturausschuss für den Unterricht in den sogenannten Berufsintegrationsklassen. Hier werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterrichtet.

Das Geld wird an das Unternehmen Innovative Sozialarbeit (Iso) überwiesen. Iso-Mitarbeiter Andreas Manglkammer erläuterte den Kreisräten die Herausforderung seiner Arbeit, die nicht nur in der Sprachschulung bestehe; den jungen Flüchtlingen werde ein Stück "Lebenskunde" mit auf den Weg gegeben.

Elisabeth Bräunig, Leiterin des Beruflichen Schulzentrums Forchheim, betonte, dass die Schule in der Fritz-Hoffmann-Straße nicht in der Lage sei, all jene Flüchtlinge zu unterrichten, die im Landkreis eintreffen. Derzeit sind es 69 minderjährige Unbegleitete; aber es gebe ja auch noch an die 100 begleitete junge Flüchtlinge, die berufsschulpflichtig seien.

Zwischen 16 und 20 Jugendliche werden in den drei Integrationsklassen unterrichtet. Eine Herausforderung sei die Schulung, weil der "Alphabetisierungsgrad unterschiedlich hoch ist". Und auch die sozialen Fähigkeiten, erzählte die Schulleiterin dem Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales, seien extrem unterschiedlich ausgebildet: "Es gibt Flüchtlinge, die sind seit Dezember bei uns und schaffen es nicht, im Supermarkt einzukaufen."

Wollte man den Flüchtlingen wirklich gerecht werden, sagte Diplom-Sozialpädagoge Andreas Manglkammer (Iso), "dann müssten wir sie in Zweiergruppen anleiten." Das Klientel komme aus Eritrea, Äthiopien, Afghanistan und Syrien. Unter den Schülern gebe es gleichermaßen Analphabeten und junge Menschen, die ihn ihrer Heimat kurz vor dem höheren Schulabschluss gestanden hätten.

Teil des 145.000 Euro teuren Iso-Engagements ist auch die Zusammenarbeit mit den Wohngruppen. Theoretisch ist jeder Flüchtling, der sich drei Monate im Lande aufhält, berufsschulpflichtig. Aber nicht für jeden ist Platz. Elisabeth Bräunig erzählt von zwei jungen Männern, 17 und 24 Jahre alt, die am Morgen vor der Schultür standen und darum baten, eingeschult zu werden. "Aber wir haben nicht das Personal, um alle zu nehmen", bedauerte die Schulleiterin.


Ambulante Sozialpädagogik

So erfreulich es sei, dass lernhungrige Jugendliche von sich aus an die Schultür klopfen, sagte CSU-Kreisrat Eduard Nöth, so erstaunlich seien die "sozialen Defizite". Ob die jungen Leute denn nicht sozialpädagogisch betreut würden?

Frithjof Dier, Geschäftsbereichsleiter Kommunales und Soziales am Landratsamt Forchheim, wies auf die unterschiedlichen Standards hin. In Ebermannstadt und Kirchehrenbach zum Beispiel gebe es lediglich eine "ambulante sozialpädagogische Betreuung".