Die Waldbrandgefahr ist derzeit sehr groß und stimmt der Wetterbericht, ist in den nächsten Tagen auch nicht mit Regen zu rechnen. Die Regierung von Oberfranken hat deshalb Luftbeobachtungen bis Freitag angeordnet. "Die Wettervorhersage ist so, dass sich das nicht groß ändern wird", erklärt Oliver Hempfling, Pressesprecher der Regierung von Oberfranken.

Im Landkreis Forchheim gilt derzeit die Stufe vier, die zweithöchste Stufe für Waldbrandgefahr. Deshalb werden auch über dem Landkreis Forchheim je nach Flugobjekt, das die Luftrettungsstaffel Bayern stellt, Hubschrauber oder kleinere Flugzeuge kreisen und die Wälder, vor allem Kiefer- und Fichtengebiete der Jurahochfläche und des Hauptsmoorwaldes, genau beobachten, wie Hempfling mitteilt.

Von den Standorten Bindlach und dem Bamberger Flughafen aus, wird Oberfranken überflogen. Das Entscheidende bei den Beobachtungsflügen ist jedoch, dass ein geschulter Luftbeobachter dabei ist. Nicht der Pilot inspiziert die Wälder und gefährdeten Gebiete von der Luft aus, sondern ein Luftbeobachter. "Sie haben Lehrgänge in der Feuerwehrschule in Würzburg erhalten", sagt Hempfling.


Erfahrung zählt

Warum es wichtig ist, geschulte Leute an Bord zu haben, ist leicht erklärt. Denn der Luftbeobachter muss durchaus eine Ahnung von dem Ausmaß haben, sollte er eine Rauch- oder Brandentwicklung feststellen. "Damit nicht ein Auto mit vier Feuerwehrleuten zum Einsatz fährt, wenn mehrere Hektar Wald brennen", sagt der Pressesprecher. Die Feuerwehren sind derzeit ohnehin in Habachtstellung.

Die Alarmierung bei einer Waldbrandgefahr läuft dann so ab, dass zunächst eine der vier integrierten Leitstellen in Bayreuth, Bamberg, Coburg oder Hof informiert und die Beobachtung von dort an die nächstgelegene Feuerwehrstellen weiter geleitet wird. "Der Luftbeobachter informiert, wie groß die Rauchentwicklung ist", sagt Hempfling. Je nachdem werden dann nicht nur die zuständige Feuerwehr, sondern auch die umliegenden informiert.

Forstbetriebsleiter Stephan Keilholz jedenfalls ist froh und sehr dankbar über diese Luftbeobachtung, da Brandherde im Wald schwer zu lokalisieren sind. "Je früher Brandherde entdeckt werden, desto leichter ist es, eine Ausbreitung zu verhindern", sagt Keilholz.


Waldumbau positiv

Der letzte Waldbrand liegt schon einige Jahre zurück und war zwischen Baiersdorf und Röttenbach. Bleibt die Hitze in den nächsten Tagen bestehen, kann es durchaus passieren, dass für den Forchheimer Raum die höchste Waldbrandstufe ausgerufen wird.

Vorteilhaft wirkt sich der Waldumbau aus. Früher waren vorrangig Kiefern und Fichten gewachsen. "Sie brennen leichter, gerade wenn am Boden altes Astmaterial liegt", sagt Keilholz. Das warme, getrocknete Material brennt vor allem durch die Harze schnell. In die Wälder wurden deshalb viele Buchen und Eichen gepflanzt. Das überschattet den Boden, die Blätter brennen nicht so leicht.

"Die meisten Waldbrände sind menschengemacht", informiert Stephan Keilholz. Der Grund sind weggeworfene Zigarettenkippen. Die Regierung von Oberfranken appelliert deshalb dringend an alle Waldspaziergänger, kein offenes Feuer im Wald zu verwenden oder zu rauchen. Zwischen dem ersten März und dem 31. Oktober gelte ohnehin ein Rauchverbot im Wald. Schon ein Funke oder eben die ausgedrückte Zigarette reichen aus. Gras, Nadelstreu und am Boden liegende Zweige entzünden sich und lösen einen folgenschweren Brand aus.

"Zudem sollte wegen des Brandrisikos durch heiße Fahrzeugkatalysatoren keinesfalls auf leicht entzündbarem Untergrund geparkt werden", informiert die Regierung, damit Waldbrände vermieden werden können.