Der Pinzberger Bürgermeister Reinhard Seeber (CSU) hat seinen Gemeinderat über die Beschwerde eines Pinzbergers in Kenntnis gesetzt. Der Mann wohnt in der Nähe von Kindergarten, Schule und der Turnhalle. In einem Brief an das Landratsamt Forchheim hatte er sich bereits im Juli 2013 über das Parken zwischen Schule und Kindergarten beschwert.

Die Wurzel des Übels glaubt der Mann in einer ausufernden Nutzung des dortigen DFB-Spielfeldes zu erkennen. Das Spielfeld existiert seit 2008 neben der Turnhalle und war damals mit viel Euphorie eröffnet worden. In diesem Jahr hat der Beschwerdeführer zwischen März und Juni exakt aufgelistet, welche Fahrzeuge dort parken. Das betreffende Parkgelände ist tatsächlich nur für das Personal von Schule und Kindergarten gedacht.

Die Lärmbelästigung durch spielende Kinder sei ursprünglich erträglich gewesen, schreibt der Pinzberger in seinem Brief. Freilich hätte sich seit einem Jahr die Situation erheblich verändert. Hauptsächlich "Jugendliche/Heranwachsende/Erwachsene des gesamten Landkreises und der umliegenden Landkreise" benutzten nach seinen Beobachtungen das Spielfeld. "Es hat sich herumgesprochen, und es hat sich ein regelrechter Fußball-Tourismus entwickelt", heißt es in dem Brief weiter.

Vor Ort hat sich der Kläger jetzt unter anderem mit Vertretern des Verwaltungsgerichts, des Landratsamts Forchheim und der Gemeinde Pinzberg getroffen. Dabei wurde ein Vergleich erzielt, gegen den allerdings die Gemeindevertretung bis 31. Juli noch Widerspruch einlegen kann.
Der Kompromiss sieht vor, dass der Spielbetrieb werktags um 20 Uhr endet. An Sonn- und Feiertagen soll das Spielen komplett untersagt sein. Ferner sollen ausschließlich Hallenbälle oder Softbälle verwendet werden dürfen. Damit einhergehen soll eine Reduzierung von Lärm.

Soziale Bedeutung

Die Gemeinde Pinzberg verpflichtet sich zudem, eine Schallschutzmauer am Spielfeld zu errichten. Geplant ist sie in einer Höhe von voraussichtlich 3,50 Meter.

Die Gemeinde verpflichtet sich ferner, die regelkonforme Nutzung des Platzes sporadisch zu kontrollieren. Die Kommune muss ihren Plan für die künftige Nutzung des Spielfelds und für die Schallschutzwand bis 31. Oktober beim Landratsamt einreichen. Bei der Errichtung des Spielfeldes hatte die Gemeinde das Spielfeld dem Landratsamt zwar angezeigt.

Ursprünglich war die Gemeinde jedoch der Ansicht, dass es sich hier um einen Bestand handelt und deshalb kein Plan erforderlich ist. "Wie kann die Gemeinde kontrollieren, ob Softball oder Lederball verwendet wird?", formulierte Pinzbergs Dritter BürgermeisterThorsten Glauber (FW) seine Bedenken. Gemeinderat Marcus Steurer (FW) strich seinerseits die soziale Bedeutung des Spielfelds hervor. Es bringe Jugendliche von der Straße und schaffe ihnen eine Möglichkeit zum Spielen.

Die Diskussion im Pinzberger Gemeinderat hat gezeigt, dass es in der Sache vieles zu bedenken und abzuwägen gilt. Deshalb will der Pinzberger Gemeinderat seine endgültige Stellungnahme erst am 28. Juli abgeben. An eben diesem Tag kommen auch der Gemeinderäte das nächste Mal zusammen.