Der Wildpark Hundshaupten ist seit über 45 Jahren ein besonders beliebtes Ausflugsziel für Familien aus der Region. In der abwechslungsreichen, weitläufigen Parklandschaft inmitten der Fränkischen Schweiz erleben die Gäste Natur und Tiere hautnah. Hier arbeitet die ge Sandra Weber (25) als Tierpflegerin. Über ihren Aufgabenbereich sprach Redakteur Josef Hofbauer mit der aus Möchs stammenden Tierpflegerin.

Ist das ihr Traumberuf?
Sandra Weber: Definitiv, aber die idealistischen Vorstellungen, die viele von diesem Beruf haben, und die von Fernsehbeiträgen beeinflusst sind, haben mit der Realität wenig zu tun.

Was muss man mitbringen für diesen Beruf?
Liebe zu den Tieren. Und man muss zupacken können. Abitur braucht man als Tierpfleger nicht, ein Hauptschulabschluss reicht.

Wie lange dauert die Ausbildung?
Ich habe eine dreijährige Ausbildung als Tierpflegerein mit Fachrichtung Zoo abgeschlossen. Diese Ausbildung ist sehr vielseitig, denn hier gibt es Anstellungmöglichkeiten in Wildparks wie hier, in Wildgehegen, in Tierpensionen und natürlich in klassischen Tierparks.

Was sind denn die Ausbildungsschwerpunkte?
Man lernt sehr viel über die Anatomie und Physiologie der Tiere und natürlich über ihr Verhalten. Aufzucht und Hege zählen zu den grundkenntnissen, die ein Tierpfleger nachweisen muss. Da muss man schon mit Herz und Seele dabei sein. Das hat sich gleich zu Beginn meiner Ausbildung gezeigt. Von 30 Leuten, die Tierpfleger mit Fachrichtung Zoo werden wollten waren nach einem halben Jahr noch ein Drittel dabei.

Wie sieht denn der Alltag hier aus?
Ausmisten, sauber machen, die Gehege einrichten. Das sind die Hauptaufgaben. Dann wird das Futter vorbereitet. Das laden wir auf einen Wagen, mit dem wir durch den 40 Hektar großen Park fahren, um alle Tiere zu versorgen. Und weil wir sehr viele unterschiedliche Tiere haben, brauchen wir auch sehr viel unterschiedliches Futter .

Wie viele Tierarten gibt es denn im Wildpark Hundshaupten?
Momentan haben wir 36 Tierarten, etwa zur Hälfte Wildtiere und Haustiere. Und nicht zu vergessen, unseren Streichelzoo mit Enten, Ziegen und Schafen.

Haben Sie Lieblingstiere?
Ja, das sind die Katzen. Ich meine damit die Luchse. Die sind mit mir zusammen in den Wildpark gekommen. Ich trainiere sie. Sie sind nicht scheu, sondern neugierig. Allerdings sind sie unberechenbar. Deshalb trainiere ich sie auch. Mein Trainingsgerät ist ein Target mit Pfeife. Es gibt dann auch noch eine Katzenangel, aber die ist im Grunde nur Spielzeug.

Was ist das gefährlichste Tier?
Den meisten Respekt habe ich vor dem Wiesentbullen "Joseph". Allein seine Größe und sein Gewicht mahnen zur Vorsicht. In sein Gehege geht keiner alleine rein. Auch beim Elchbullen mit seinen 450 Kilo ist höchste Vorsicht geboten. Das Gehege säubern und neue Äste hineinbringen, das machen bei uns die Männer. Müssen die Tiere mal behandelt werden, bleibt nichts anderes übrig, als sie vorher zu betäuben.

Und wie sieht es mit den Greifvögeln aus?
Die sind hier nur manchmal zu Gast im Wildpark. Dank Falkner Rudi Kolitsch können unsere Besucher hier verschiedene Greifvögel wie Bussarde, Falken und Adler beim Fliegen und Jagen erleben. Eine Show wird mit ihnen allerdings nicht gemacht.

Haben Sie genug Zeit, um sich mit den Tieren zu beschäftigen?
Man muss sich seine Zeit gut einteilen. Vor allem beim Nachwuchs haben wir Tiere, die von Hand aufgezogen werden müssen. Das ist sehr zeitintensiv.

Die Gäste haben teils hautnahen Kontakt zu den Tieren.
Im Streichelzoo gibt es da keine Probleme. Aber die frei laufenden Tiere sollten die Gäste besser nur in Ruhe beobachten und sie nicht berühren. Wer Tiere füttern will, wird dringend gebeten, nur das Futter zu verwenden, das wir im Wildpark anbieten. Das ist speziell auf die Tiere abgestimmt. Wiesent, Wolf, Luchs, Rentiere, Frettchen Waschbären, Esel, Pferde, Uhu und Kauz dürfen von den Besuchern das ganze Jahr über gar nicht gefüttert werden.

Gibt es weitere Regeln?
Ich denke da an Hundebesitzer. Sie dürfen ihre Vierbeiner mitbringen, wenn diese an der Leine gehen und bei Begegnungen mit Menschen ruhig bleiben. Für das "große Geschäft" sind im Park fünf Stationen mit Hundekot-Beuteln aufgestellt.