In der Stadthalle gibt es am Weihnachts-Wochenende richtig was auf die Ohren. Ob 90s Dance, Black Music, Offbeat oder Discohits - zu ihrer 15-jährigen Bühnenpräsenz werden es die in Ebermannstadt gegründeten "Chicolores" mit einem bunten Musikmix ordentlich krachen lassen. Anlässlich des Jubiläums ein Gespräch mit der sechsköpfigen Stammbesetzung der Band:

Eure Wurzeln liegen in Ebermannstadt. Dort spielt ihr am zweiten Weihnachtsfeiertag auch euer Jubiläumskonzert. Freut ihr euch auf das Heimspiel?
Basti (Gitarre): Die letzten Jubiläumskonzerte fanden 2005 im Bürgerhaus in Ebermannstadt und 2010 im Bamberger "Morph Club" statt. Nachdem der Morph inzwischen leider Geschichte ist, war es für uns eine Herzensangelegenheit, wieder in den Ort zurück zu kommen, wo im Jahr 2000 alles angefangen hat. Wir hatten jahrelang unseren Proberaum in Ebermannstadt, sind hier größtenteils zur Schule gegangen oder aufgewachsen. Daher ist das Konzert in der Wiesentstadt für uns der logische Schritt und ein echtes Heimspiel.

Der Auftritt findet am zweiten Weihnachtsfeiertag statt. Wie feiert ihr als Band eigentlich Weihnachten?
Claus (Keyboard): Jeder von uns genießt die Weihnachtsfeiertage traditionell im Kreise seiner Familie. Dadurch, dass wir aber seit Jahren um die Weihnachtszeit spielen, feiern wir gemeinsam als Band quasi auf der Bühne.
Ollie (Bass): Beim Auftritt wird aber leider nicht viel an Weihnachten erinnern, wir spielen z.B. keine Weihnachtssongs.

In den letzten 15 Jahren habt ihr etliche Konzerte im Landkreis Forchheim und über die Grenzen hinaus gespielt. Welche Auftritte sind euch in besonderer Erinnerung geblieben?
Claus: Beim Weltjugendtag 2005 haben wir auf dem Bamberger Domplatz vor circa 12 000 Menschen gespielt. Die hatten alle Alkoholverbot, waren aber zu Beginn schon so "beseelt," dass sie beim Schlagzeug-Soundcheck völlig durchgedreht sind und mitgeklatscht haben. Das war ziemlich witzig.
Basti: Das Ausland war uns 2013 auch eine Reise wert. Per Roadtrip ging es zum Comer See in Italien, wo wir auf einer privaten Veranstaltung mit Torsten Goods gespielt haben. Die Open-Air-Bühne hat direkt auf den See gezeigt, das war für uns alle schon eine einmalige Atmosphäre.
Wie schafft man es, sich in 15 Jahren den Spaß zu erhalten?
Basti: Es liegt wohl daran, dass wir alle dieselbe Ausrichtung haben und alle an einem Hebel ziehen. Musikmachen ist unser Hobby und ein toller Ausgleich zum Privat- und Berufsleben. Deshalb gibt es auch relativ wenig Konfliktpotenzial. Wir haben niemanden in der Band, der in eine ganz andere Richtung will als alle anderen.

Ihr habt euch vor drei Jahren umbenannt - aus den "Los Chicolores" wurden die "Chicolores". Was hat es mit der Namensänderung auf sich?
Dennis (Gesang): Aufgrund unseres alten Namens wurde unsere Stilrichtung häufig mit Salsa und Merengue in Verbindung gebracht. Um diesen Stempel loszuwerden, haben wir beschlossen, das "Los" wegzulassen. Außerdem hat es nicht gut in den Schriftzug reingepasst.

Was macht den Reiz aus, mit einer Band auf der Bühne zu stehen?
Johanna (Gesang):Wenn man es zusammen auf der Bühne richtig beherrscht und es läuft, dann ist das der größte Spaß. Dann kann man auch mal improvisieren und fließt mit den anderen trotzdem zusammen.
Dennis: Selbst wenn es mal anders läuft als geplant, geht das Ganze einfach über Blickkontakt. In solchen Momenten merkt man, dass man eine Einheit ist. Das macht es aus.
Ihr habt ja auch ein paar eigene Songs, woher nehmt ihr die Inspiration für die Texte?
Claus: Entweder es kommt oder es kommt nicht.

Zurück zum Konzert in Ebermannstadt. Was erwartet die Fans am 26. Dezember bei eurem Jubiläumsauftritt?
Basti: Ein musikalischer Streifzug durch 15 Jahre Bandgeschichte. Es werden wieder einige Ska-Nummern und Soulklassiker dabei sein, die wir die letzten Jahre nicht gespielt haben. Also ganz viele alte Sachen, die wir aus unserem Bandkatalog gekramt und entstaubt haben und in dieser Besetzung sogar zum ersten Mal präsentieren werden.

Das Gespräch führte
Sabrina Meußel.