Aller guten Dinge sind drei. Seit 22. Dezember ist nämlich der dritte Windpark, an dem die Stadtwerke Ebermannstadt beteiligt sind in Betrieb. Eine Art Weihnachtsgeschenk. Drei jeweils 200 Meter hohe Windräder erzeugen 20 Millionen Kilowattstunden Ökostrom.

Für die Stadtwerke Ebermannstadt ist das bereits der dritte Windpark, an dem das Unternehmen beteiligt ist. "Wir arbeiten zielstrebig daran, erneuerbaren Strom selbst zu produzieren. Windstrom stellt eine gute Ergänzung zu unserem Erzeugerportfolio dar", hatte der Geschäftsführer der Stadtwerke Ebermannstadt, Jürgen Fiedler bereits 2011 erklärt. Damals unterzeichnete Fiedler einen Vertrag, wonach sich das Unternehmen als einer von 23 bayerischen Energieversorgern mit rund drei Prozent am Windpark Domnitz in Sachsen-Anhalt (bei Halle) beteiligte. Damit konnten 250 Haushalte mit Ökostrom versorgt werden.

Als 2012 der Auftrag zum Bau des Windparks Neutz I und Neutz II erteilt wurde, waren die Stadtwerke Ebermannstadt ebenfalls wieder mit an Bord. Fiedler, Mitglied des Aufsichtsrates der "Energieallianz Bayern", sprach von einem "Meilenstein auf dem Weg zur Energiewende." Immerhin konnten die Stadtwerke damit bereit 1400 Haushalte mit Windenergie versorgen. In nur zwei Jahren hatte sich der Anteil an Windenergie vervierfacht.


Chance schnell ergriffen

"Wir wollen weitere Anlagen bauen und arbeiten bereits an den nächsten Projekten", versprach der Leiter der Stadtwerke Ebermannstadt. Und er hielt Wort: Als wider Erwarten in der Gemeinde Oerlenbach im Landkreis Bad Kissingen die ersten drei Windräder errichtet werden sollten, nutzten die Stadtwerke die Gelegenheit, ihr Engagement im Bereich erneuerbarer Energien auszubauen und beteiligten sich mit vier Prozent an diesem Projekt. Die drei Windräder erzeugen 20 Millionen Kilowattstunden Ökostrom, mit dem 6000 Haushalte versorgt werden können. Die Zahl der Haushalte im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Ebermannstadt, die ausschließlich mit Windenergie versorgt werden, steigt damit auf knapp 800.


Ökostrom für 1620 Haushalte

Insgesamt können die Stadtwerke Ebermannstadt zwei Drittel ihrer Privathaushalte mit regenerativer Energie versorgen. Bemerkenswert: Bei der im Versorgungsgebiet produzierten Energie liegt der Anteil aus den Wasserkraftwerken am Ebsermare und bei den Stadtwerken liegt mit 13 Prozent nur noch auf Rang drei. Immerhin können damit aber noch 350 Haushalte mit Energie versorgt werden. Platz zwei (41 Prozent) nehmen die Photovoltaikanlagen in Eschlipp (450 Haushalte), auf dem Dach der Mittelschule und dem eigenen Gebäude ein. 46 Prozent der im Versorgungsgebiet erzeugten Energie kommen von den Biogasanlagen in Birkenreuth und Dürrbrunn.

"Wir wollen den Ausbau erneuerbarer Energie weiterhin voranbringen", unterstreicht Jürgen Fiedler. Bevorzugt bei regionalen Projekten, wie etwas dem Windpark Heiligenstadt, der aber derzeit auf Eis liegt. Sollte sich hier etwas tun, wären die Stadtwerke Ebermannstadt mit dabei verspricht Fiedler.

Christian Sponsel von den Stadtwerken Forchheim bekräftigt: "Auch wir werden unser Engagement in den Bereichen alternative Energieträger weiter ausbauen." In Sachen Windenergie muss Sponsel allerdings passen. "Beteiligungen an Windparks haben wir nicht." Das widerspreche der Philosophie des Hauses, die streng regional ausgerichtet sei. Wären die im Landkreis Forchheim bei Pinzberg, Effeltrich und Poxdorf geplanten Windräder realisiert worden, hätten sich die Stadtwerke sicher daran beteiligt.

Zu einem Engagement in anderen fränkischen Regionen habe man sich nicht durchringen können. Im nordbayerischen Raum sei das mit der "Windhöffigkeit" so eine Sache, zeigt sich Sponsel skeptisch. Die Stadtwerke Forchheim setzten dagegen auf dezentrale Blockheizkraftwerke und Photovoltaikanlagen. Da seien auch die notwendigen Investitionssummen überschaubarer. Und: Die Sonne liefere die Energie zuverlässiger als der Wind. Die 45 Quadratmeter moderne Photovoltaikzellen auf dem Dach des Parkhauses Kronengarten lieferten rund 11 500 Kilowattstunden Strom pro Jahr.


Forchheim setzt auf Biogas

Unser Beitrag zur Energiewende ist die Biogasanlage in Eggolsheim, an der wir zu einem Drittel beteiligt sind, erklärt Christian Sponsel. Die Anlage erzeugt jährlich 32 Millionen Kilowattstunden CO2-neutrales Bio-Erdgas.
Mit der Beteiligung an den Wasserkraftwerken Wellerstadt (bei Baiersdorf), Thalermühle und Wöhrmühle erzeugen die Stadtwerke Forchheim jährlich rund sechs Millionen Kilowattstunden "sauberen" Strom.
Beteiligungen an Großprojekten wie die Stadt München, die Anteile an einem Windpark in der Irischen See hält, schließen sowohl die Stadtwerke Forchheim, als auch die Stadtwerke Ebermannstadt kategorisch aus. "Das ist eine ganz andere Liga. Da wären wir nur im ein paar Zehntel hinter dem Komma beteiligt ", findet Jürgen Fiedler und Christian Sponsel bezweifelt, dass von dem dort erzeugten Strom wirklich etwas in Bayern ankommt.