"Es ist der erfreulichste und wohltuendste Haushalt in 30 Jahren", verkündete er mit Genugtuung und erläuterte am Flipchart die markantesten Zahlen seit 1999. Die Umlagekraft der Gemeinde steigt: Sie werde im Ranking rund sieben Plätze im Landkreis Forchheim nach oben klettern, stellte Müller fest.


Erfreuliche Entwicklung


Eine äußerst erfreuliche Entwicklung der gemeindlichen Finanzlage in diesem Jahr macht es möglich, 200 000 Euro den Rücklagen zuzuführen sowie eine außerordentliche Darlehensablösung im Umfang von 63 000 Euro vornehmen zu können. Willi Müller wünschte, der Landkreis Forchheim könnte so eine Entwicklung zumindest partiell umsetzen, denn Schulden machen sei ein Vergehen an der jungen Generation. "Wir sind gut aufgestellt, haben über die Jahre in Schule, Kindergarten und Krippe investiert. In der Touristik bauten wir das Wanderparadies, die Nordic-Walking Strecken und das Kletterinformationszentrum aus. Dazu kamen 29 Felsfreilegungen und 29 Straßenprojekte", zog Willi Müller zufrieden Bilanz.
Für die Feuerwehr investierten die Obertrubacher rund 500 000 Euro. Im Rahmen der Städtebauförderung/Dorferneuerung Obertrubach und Untertrubach wurden zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro in die Hand genommen. Die Wasserversorgung Ober- und Untertrubach kostete 100 000 Euro.
Alle Friedhöfe der Gemeinde sind saniert mit rund 100 000 Euro. Die Felssicherung Wolfsberg verschlang 50 000 Euro. Sieben Brücken im Gemeindebereich hatten sich als Sanierungsfälle herausgestellt.
Müller ging auch auf das Wirtschaftsband Fränkische Schweiz A9 mit über 50 Projekten ein. Als gutes, unterstützungswürdiges Beispiel nannte er die Tagespflegestätte Diakonie Mostviel.
Die Dorferneuerung Wolfsberg, die weitere Städtebausanierung Obertrubach und das Energiekonzept werden den nächsten Gemeinderat beschäftigen. Sorgen bereiten Müller die Landflucht, die Alterspyramide und Leerstände. "Das ist eine schwierige Situation, ernster als man denkt", betonte Müller.
Freilich sieht er dabei auch Chancen. Man müsse den Speckgürtel Nürnberg heranziehen, weitere Bebauungsgebiete als Wohn- und auch Gewerbegebiete ausweisen. "Hier befindet sich ein hochwertige Potenzial von Menschen, da kann was gehen", ermutigte er die Runde, die seinen Bericht mit viel Beifall quittierte. Der Erfolg hat einen weiteren Namen: Geschäftsführer Peter Helldörfer. Bei ihm liegt die Haushaltsführung von Obertrubach in professionellen Händen. Helldörfer legte auch den Finanzplan für 2015 bis 2017 vor.
Die Schuldentilgung ist weiterhin mit jeweils 150 000 Euro pro Jahr vorgesehen, es ist keine Kreditaufnahme geplant. Haushalt und Finanzplan wurden einstimmig verabschiedet.


Haushaltszahlen

Verwaltungshaushalt: 2,858 Mio. Euro, eine Steigerung von 4,15 Prozent gegenüber 2013. Wesentliche Ursachen auf der Einnahmeseite: ein Plus von 70 000 Euro am Einkommenssteueranteil und bei der Gewerbesteuer in gleicher Höhe.
Ausgaben: Schlüsselzuweisung -33 000 Euro, Kreisumlage +92 000 Euro, Gewerbesteuerumlage + 30 000 Euro

Vermögenshaushalt: 1,380 Mio. Euro; Das Thema Verschuldung treibt den Gemeindechef und seine Räte besonders um. 1999/2000 wies die Kommune Verbindlichkeiten von 2,576 Mio. Euro auf. Ende 2014 werden 1,026. Mio. Euro zu Buche stehen.