Schade, der Regen prasselte vom Himmel, das Wasser lief auf den Straßen und stand teils auf dem Festgelände. Bis zum Mittagessen hatte man noch am Vorhaben festgehalten: einen prächtigen Festzug durch den Ort zum Festzelt am Sportgelände. Der kräftige Regen durchkreuzte aber die Pläne des Musikvereins Kirchehrenbach, der sein 50-jähriges Bestehen, in Verbindung mit dem Bezirksmusikfest des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB), unter der Schirmherrschaft von Landrat Herrmann Ulm feierte.

Die ersten Festgäste waren bereits zur Aufstellung am Bahnhof eingetroffen und mussten flugs unter Schirme und Dächer flüchten. Dann die Nachricht: Wegen des schlechten Wetters fällt der Festzug - eigentlich der Höhepunkt der Feier - aus. Die Festlichkeiten werden ins Zelt verlegt. Doch die gute Laune ließen sich die Musikanten und die vielen Gäste nicht verderben. Auch nicht die Ehrengäste, unter denen MdB Thomas Silberhorn, Pfarrer Oliver Schütz und die Landtagsabgeordneten Michael Hofmann und Thorsten Glauber zu sehen waren. Sie alle strömten Richtung Zelt, das fast aus allen Nähten platzte.


Musikalische Gratulanten

42 Musikkapellen und Spielmannszüge sowie 24 Ortsvereine aus nah und fern hatten den Kirchehrenbacher Musikern die Ehre erwiesen. Sie alle waren gekommen, um zu gratulieren und mitzufeiern. Aber nicht mit Blumen und Geschenken, sondern mit Trompeten, Posaunen, Klarinetten und vielerlei Instrumenten. Auch die Partnergemeinde aus Hassel war angereist. Seit vielen Jahren pflegt der Jubelverein zu dieser Musikgruppe eine herzliche Freundschaft.

Hat das Wetter nun die Stimmung gedämpft? "Nein", sagte Vorsitzende Monika Tischner. "Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir ein Fest feiern - es passt." Und es passte tatsächlich: Vier Tage Blasmusik und musikalische Unterhaltung vom Feinsten bot das Jubel- und Bezirksmusikfest in Kirchehrenbach.Es war ein großes Fest für mehrere Tausend Teilnehmer und Besucher. Von den Organisatoren und freiwilligen Helfern war dem Fest ein herzlicher Charakter verliehen worden - kurzum: Ein Riesenerfolg.

Im Festzelt bot sich nach der Programmänderung ein sagenhaftes Bild. Die Verantwortlichen, Organisatoren, Dirigenten und Täfelchenträger auf der Bühne, die vielen Besucher im Zelt, dazwischen die 1600 Musiker mit ihren glänzenden Instrumenten. Was dabei aber sichtlich spürbar wurde ist, dass sie alle eine große Leidenschaft verbindet: die Liebe zur Musik. Und diese hatte auch Pfarrer Oliver Schütz zum Inhalt seiner Predigt beim Festgottesdienst in der St.- Bartholomäus-Kirche gemacht. Musik bedeute nicht nur klingendes Spiel, sie präge auch den Menschen, gebe ihm Kraft, Lebensmut, Erfolgserlebnisse, Harmonie und Freude in einer wertvollen Gemeinschaft, sagte er. "Macht bitte weiter so", lautete sein Appell an die Musiker.


Am Ende wurde es emotional

Zum Abschluss des Festes, das NBMB-Vizepräsident Werner Pörner mit "Musik ist unsere Stärke" überschrieb, zeigte sich die Tradition noch einmal in einem Gemeinschaftschor, an dem die 1600 Musiker mitwirkten. "Es ist der besondere Höhepunkt des Bezirksmusikfestes, das der Musikverein Kirchehrenbach in vorbildlicher Weise ausgerichtet hat", betonte Pörner. "Mit diesem Chor möchten wir dem Verein gratulieren und zeigen, mit wie viel Freude und Können unsere Musiker den Zuhörern Begeisterung vermitteln wollen."

Dann der große Augenblick: Die Bläsermasse ließ mit gemeinsam gespielten Melodien und der von vielen Gästen mitgesungenen Bayernhymne und dem Deutschlandlied fast emotionale Gefühle aufkommen. Bundesdirigent Ernst Oestreicher, Bezirksdirigent Georg Maderer sowie die Kapellmeister Julia Pleichinger, Michael Bottlik und Wojciech Grabietz dirigierten abwechselnd. Mit den Hergolshäuser Musikanten, die mit "Volles Rohr böhmisch" begeisterten, klang das Fest aus.