Keinen Zweifel ließ Kulturreferent Toni Eckert an der "überregionalen Bedeutung" der Chorakademie in Weißenohe. Im Kreis-Kulturausschuss plädierte Eckert dafür, die laufenden Kosten der Akademie des Fränkischen Sängerbundes im ehemaligen Benediktinerklosters zu unterstützen. Jährlich 10 000 Euro wird der Landkreis Forchheim wohl beitragen. Darüber entscheiden wird der Kreistag.

Doch bereits im Kulturausschuss am Mittwoch zeigte sich die ungeteilte Zustimmung zu diesem Projekt, dem der Kreis-Kulturreferent "hohes Entwicklungspotenzial" bescheinigte - nicht nur die Ortsentwicklung von Weißenohe werde profitieren.

CSU-Kreisrat Eduard Nöth, der seit sieben Jahren zu den treibenden Kräften hinter der gemeinnützige GmbH gehört, wies auf die "große Bereitschaft der Gemeinden, sich zu engagieren" hin.

Zum Förderkreis gehörten mittlerweile nicht nur die umliegenden oberfränkisch Kommunen: Auch der Landkreis Erlangen-Höchstadt, die Gemeinde Eckental und die Stadt Erlangen zählten zu den Unterstützern. "Daraus erkenne ich, man will das Konzept, das in Weißenohe nicht nur eine Chor-, sondern auch eine Regional-Akademie vorsieht", freute sich der CSU-Kreisrat.

Der "Gewinn" dieser Einrichtung sei eindeutig, sagte auch Reiner Büttner (SPD): "Seien wir doch nicht so zaghaft und stimmen gleich zu." Peter Eismann wies darauf hin, dass "weniger die Investitionskosten das Problem sind, sondern die laufenden Betriebskosten".

Herbert Meier, der Geschäftsführer der GmbH, teilte in einem Bittschreiben an die Bezirke Ober- und Mittelfranken sowie an den Landkreis Forchheim mit, dass "neueste Wirtschaftlichkeitsberechnungen" ergeben hätten, dass 45 000 Euro fehlten, um die jährlichen Betriebskosten abzudecken.

Die Chorakademie des Fränkischen Sängerbundes hat den Kreistag mit folgenden Argumenten um Unterstützung gebeten: In dem überregional bedeutenden Denkmal des ehemaligen Benediktinerklosters werde eine "zentrale Aus- und Fortbildungsstätte für die rund 1800 Chöre und Chorleiter des Fränkischen Sängerbundes sowie weitere Chorverbände" eingerichtet.

Doch was in Weißenohe entsteht, geht längst über eine Chorakademie hinaus. Eduard Nöth spricht von einer Regional-Akademie. Die Tagungen, die die CSU bislang im Bildungszentrum Wildbad Kreuth veranstaltet hatte, könnten künftig möglicherweise in Weißenohe stattfinden: Dahingehendes Interesse sei bereits signalisiert worden, sagte Eduard Nöth dem Kreis-Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales am Mittwoch.

Raum gibt es im ehemaligen Kloster in Weißenohe jedenfalls nicht nur für die Chor-Ausbildung, sondern auch für Tagungen. Sie sollen im ehemaligen Prälatenbau stattfinden, der zum Seminargebäude umgestaltet wird.