50 000 Euro sind dieses Jahr im Haushaltsplan für die Sanierung des Ebermannstadter Friedhofes vorgesehen. Ein Tropfen auf den heißen Stein, denn laut Alexander Ebert vom Bauamt können nur Zäune und Bänke gestrichen, Container für Plastik und Grünschnitt aufgestellt und der Eingangsbereich "gestalterisch etwas aufgewertet" werden.

Entsprechende Angebote sollen in Absprache mit der "Aktionsgruppe Friedhof" eingeholt werden. Der vorgesehene Betrag reiche bei Weitem nicht für eine Generalsanierung, räumt Ebert ein. Aber zumindest ein Vorentwurf für eine Urnenwiese soll angefertigt werden, meinte Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) im Bauausschuss.


Finanz-Reserven vorhanden

Klaus Neuner (CSU), Mitglied der "Aktionsgruppe Friedhof", mahnte, dass die Grundsatzfrage der Sanierung oder Erneuerung der Leichenhalle grundsätzlich zu beraten sei. Erst dann habe es Sinn, den Vorplatz der Aussegnungshalle, den Treppenaufgang und die Stützmauern neu zu gestalten. Ferner erinnerte er daran, dass es eine zweckgebundene Stiftung einer Ebermannstadterin gebe, die einen Betrag zwischen 70 000 und 80 000 Euro für die Erneuerung des Friedhofes zur Verfügung gestellt habe.

Dies habe die Verwaltung "im Fokus", bestätigte Alexander Ebert. Allerdings müsse zunächst festgelegt werden, was zuerst in Angriff genommen werden soll.

Das größte Problem, so Stadtrat Ludwig Brütting (FW), stelle am Ebermannstadter Friedhof das Quellwasser dar. "Wir haben Wasserleichen, Gräber rutschen ab und Grabsteine verschieben sich auf Grund des Wassers", klagte Brütting. Dieses Problem sei in den letzten zehn bis 15 Jahren in einer bisher ungeahnten Intensität aufgetreten, behauptete Brütting.


Wasser ist ein Problem

Das sei kein einfaches Problem, pflichtete Stadtrat Christian Kiehr (NLE) bei. Er habe gehört, dass sich wegen des Wassers Ministranten auf den Sarg stellten mussten, damit das Grab zugeschaufelt werden konnte, berichtete Kiehr. "Das war aber nicht bei uns, sondern in Pretzfeld", rückte dies Bürgermeisterin Christiane Meyer gerade. Sie verwies darauf, dass auch die Häuser rings um den Friedhof von der Hangwasser-Problematik betroffen seien.

Zufrieden nahm Christian Kiehr zur Kenntnis, dass auf dem Ebermannstadter Friedhof bei der Unkrautbekämpfung keine Chemie eingesetzt wird. "Da wird nichts abgefackelt und nicht gespritzt", versicherte der Leiter des Bauhofes, Steffen Lipfert. Er betonte, dass auch auf den anderen Friedhöfen kein Glyphosat eingesetzt werde.

Apropos andere Friedhöfe: Auf Anregung von Vizebürgermeister Sebastian Götz (WGM) und Heinrich Sponsel (WGO) soll im Rahmen der Haushaltsberatungen ein Gesamtkonzept erarbeitet werden, in dem auch die Friedhöfe der anderen Ortsteile berücksichtigt werden. "Das Leichenhaus in Niedermirsberg ist in keinem ansehnlichen Zustand mehr. Das wurde bereits bei der Bürgerversammlung moniert", erinnerte Sebastian Götz. Er appellierte, dass Finanzmittel für alle städtischen Leichenhäuser eingeplant werden.

Die Verwaltung wurde beauftragt, die Abstimmungen und die Einweisung über die Sanierung und Pflegemaßnahmen mit den Bauhof-Mitarbeitern abzusprechen.