Jeden Montag und Donnerstag haben einige der hübschesten Mädchen von Ebermannstadt und Umgebung nur eines im Kopf: die nahende Faschingszeit und ihr Gardetraining beim Elferrat Ebermannstadt.
Die 15 Mädchen der Kindergarde, die zwischen sechs und zehn Jahre alt sind, treffen sich mit ihrer Trainerin Marion Tauschek immer am Donnerstagnachmittag in der Grundschule. Dann üben sie Showtänze und andere Standards des Gardetanzes. Das soll sie in ein paar Jahren in die Lage versetzen, in einer der beiden größeren Gardeformationen der Ebermannstädter Faschingsgesellschaft mittanzen zu können.
Probleme mit mangelndem Interesse an den Jugendgarden kennen Jugendkoordinatorin Marion Tröger und Gardebeauftrage Doris Hohman nicht. Stattdessen müssen die beiden jedes Jahr eine Warteliste anlegen.
Stattdessen ist die recht kleine Bühne im Sonnensaal daran schuld, dass immer nur höchstens zehn Mädchen in einer Formation auftreten können. Dort, wo immer am 11. November Ebermannstadts Bürgermeister Franz Josef Kraus (CSU) die Schlüssel der Stadt an Elferratspräsident Horst Kiolbassa aushändigt, trainieren jeden Monatg die Jugendgarde und die große Garde.

Viel Raum fürs Lachen

Auch im 58. Jahr seines Bestehens ist der im Jahre 1954 von Hans Mayer und einigen gleichgesinnten Faschingsbegeisterten ins Leben gerufene Verein die erste Adresse für närrischen Frohsinn an der Wiesent. Zu den Aushängeschildern des Vereins zählen das Männerballett "Die EBSer Sahneschnitten", die drei Elferrats-Tanzmariechen Julia Volkmann (10), Milena Knapp (13) und Julia Singer (14) oder auch Büttenredner Gerhard Fickert.
Den Anfang beim Training machen stets die 19 Mädchen der Jugendgarde im Alter von 10 bis 16 Jahren, von denen die ältesten langsam vor dem Sprung in die große Elferratsgarde stehen, und deshalb von drei Ausbilderinnen Isabell Dittrich, Christina Marsching und Sarah Smuda auch so richtig gefordert werden. Das Lachen kommt bei den Mädchen aber dennoch nicht zu kurz.
Da gilt es dann am Gardetanz zu feilen, die Bewegungsabläufe harmonisieren und das vielleicht Allerwichtigste zu lernen: sich anzustrengen - und trotzdem zu lächeln. Dazu kommt aber auch jedes Jahr ein neuer Showtanz, für den die Betreuerinnen um Cheftrainerin Doris Hohmann sich zuerst ein Thema aussuchen und danach dann die Musik und dann zum guten Schluss die passenden Kostüme gesucht werden. Das bedeutet aber auch, dass die Mädchen einige Ideen einbringen können oder wie beim letztjährigen Auftritt der großen Garde die Kostüme für das Musical "Grease" selbst in die Hände nehmen.
Die 43-jährige Doris Hohmann, die aus der großen Nürnberger Carnevalsgesellschaft Dresdensia entstammt und selbst noch vor vier Jahren eine ganze Session in der Garde mitgetanzt hat, achtet vor allem auf den Teamgeist in der Garde. Nur so könnten die Mädchen die Strapazen des Trainings und der Auftritte aushalten.

Auch später noch dabei

Die meist mit 15 Jahren oder 16 Jahren eingetretenen Mädchen bleiben dem Elferrat oft auch noch dann erhalten, wenn sie einen Freund, Ehemann oder sogar Kinder haben, was Doris Hohmann dem tollen Klima in der Truppe zuschreibt.
"Der Erfolg unserer Gardefomationen, der Tanzmariechen aber auch des Männerballetts lebt von engagierten jungen Mädchen und Männern", sagte Hohmann. Aber auch sie selbst investiert viel Zeit und Herzblut in die Arbeit mit den Gardeformationen: "Ich wende für meine Arbeit beim Elferrat an die 100 Stunden Zeit für die Betreuung meiner Garden aus", sagte sie.