"Petra ist genau am 4. Geburtstag von Stefan geboren. Wie alt ist Petra, wenn Stefan dreimal so alt ist wie am Tag ihrer Geburt?" Dies war eine von zehn kniffligen Knobelaufgaben für die oberfränkischen Viertklässler, die sie am Donnerstag im Rahmen der Mathematik-Meisterschaft in 60 Minuten lösen mussten.

Der Wettbewerb läuft über drei Runden. In der ersten Runde schreiben alle interessierten Schüler - die Teilnahme ist freiwillig - einen ersten Test auf Schulebene. Getrennt nach Mädchen und Buben werden dann jeweils zwei Schulsieger ermittelt. Diese wiederum ermitteln am 17. November in der Grundschule Forchheim-Reuth drei Landkreissieger. Diese drei Viertklässler dürfen zum Ausscheid auf Regierungsbezirksebene reisen. Und diese Reise wird kurz ausfallen, denn auch die oberfränkische Entscheidung findet dieses Jahr in Forchheim statt (13. Dezember an Anna-Grundschule). Aufgrund dieses "Heimvorteils" war es Schulrätin Stefanie Mayr-Leidnecker vom Schulamt Forchheim in diesem Jahr ein besonderes Anliegen, dass sich möglichst viele Viertklässler am Wettbewerb beteiligen.

An der Martin-Grundschule nahmen am Donnerstagmorgen beispielsweise knapp 70 Kinder an der Mathe-Meisterschaft teil. Konzentriert ging es dabei unter anderem in der Klasse von Lehrerin Sabine Dittrich zu. Als sie in die achtköpfige Runde der geteilten Klasse fragte, wer denn Lust hätte, Erster zu werden, gingen postwendend alle Finger in die Höhe. "Es ist eine tolle Klasse, alle sind sehr arbeitswillig und voll motiviert", sagt Dittrich. Vier der Schüler bezeichnet sie als besonders leistungsstark in Mathematik. "Aber auch die anderen riskieren nichts und stehen nicht unter Druck. Wir besprechen die Aufgaben danach und alle erhalten eine Teilnehmerurkunde", erklärt Dittrich. "Wichtig ist, dass man nicht an einer Aufgabe hängen bleibt und ganz aufgibt."

Um bei der Mathematik-Meisterschaft den Sprung unter die besten Schüler im Landkreis zu schaffen, reichen gute Rechenkünste alleine nicht aus. Auch ein gewisses Textverständnis und problemlösendes Denken werden vorausgesetzt. Themen, die mittlerweile auch im Fach Mathematik stärker im Fokus stehen. Dittrich: "Der Lehrplan ist in der Hinsicht offener geworden." Ein Ziel solcher Wettbewerbe sei auch, die Unterrichtsqualität an den Schulen zu steigern, erklärt Stefanie Mayr-Leidnecker. "Es sollen neue Aufgabentypen in den Unterricht integriert werden, die nicht nur die Schwachen, sondern auch die Starken fördert", erklärt sie.


"Schwerer vorgestellt"

Die unterschiedlichen Aufgabentypen aus der Mathematik-Meisterschaft waren den Kindern bereits aus dem Unterricht bekannt. Eine spezielle Vorbereitung auf den Wettbewerb gab es allerdings nicht. "Einige Knobel-Aufgaben waren ziemlich einfach, ich habe es mir insgesamt etwas schwerer vorgestellt", urteilt der neunjährige Tim aus Forchheim nach dem Test.

Lena (9 Jahre) aus Weilersbach dachte, dass der Test umfangreicher mit mehr Aufgaben ausfallen würde: "Aber ich musste mir die Texte öfter durchlesen, um sie zu verstehen." Und wie groß ist der Ehrgeiz? "Ich würde schon gerne gewinnen, aber ich denke die Chancen dazu stehen 1 zu 100", sagt die Neunjährige mit einem Lächeln.