Einstimmig hat der Marktgemeinderat Egloffstein bei einer gemeinsamen Gemeinderatsitzung von vier Gemeinden einen Vorschlag der Firma Corwese aus Seefeld verabschiedet. Damit wird mit Ausnahme des Kernorts, wo heute schon Kabel-Deutschland eine Breitbandversorgung anbietet, das gesamte Gemeindegebiet für die Breitbandförderung angemeldet.

Bei der gemeinsamen Sitzung nahmen die Räte aus Gößweinstein, Obertrubach, Egloffstein und Pottenstein teil. Nach einer Einführung in das Thema stellte die Firma Corwese für alle vier Gemeinden den Ist-Zustand vor und auch die Möglichkeiten, durch interkommunale Zusammenarbeit nicht nur höhere Zuschüsse zu ergattern, sondern auch preiswerte Verknüpfungen über Gemeindegrenzen hinaus.

Teer treibt die Kosten

"Kabelstränge kennen keine Gemeindegrenzen", sagte dazu Roland Werb, Geschäftsführer von Corwese. Das Unternehmen hat für alle vier Gemeinden das Handlungskonzept in Breitbandversorgung erarbeitet.

So könnte von Hammerbühl aus die Leitung nach Untertrubach weiterlaufen und von Bieberbach aus nach Wichsenstein. "Vorhandene Leerrohre werden mit einbezogen und das kostengünstige Graben auch. Das senkt die Kosten erheblich", sagte Werb. Seine Firma hat errechnet, dass es rund 100 000 Euro kostet, einen Kilometer Leitung zu vergraben und anschließend neu zu teeren. Teere man dagegen nicht, könnten die Kosten auf 40 000 Euro pro Kilometer reduziert werden.

Werbs empfiehlt der Gemeinde Egloffstein, ein zusammenhängendes Gebiet für die Förderung anzumelden. Damit könne verhindert werden, "dass sich Netzanbieter die profitablen Ortsteile herauspicken und die anderen leer ausgehen".
Bei einer Förderung zwischen 60 und 90 Prozent errechnete Werb einen finanziellen Anteil der Kommune, der je nach Fördersatz zwischen 90 000 und 180 000 Euro liegen wird.

Weniger Bürokratie

Das Konzept stellt laut Werb sicher, dass im gesamten Gemeindegebiet mindestens 30 Mbit im Download und sechs Mbit im Upload zur Verfügung stehen werden. Von dem neuen Glasfasernetz, das bis zu den sogenannten Kabelverteilern läuft, profitierten auch die Häuser, die nicht im Fördergebiet stehen. Und zwar deshalb, weil das Glasfasernetz insgesamt viel schneller die Daten übertrage als das herkömmliche Kupferkabel.

Bevor Roland Werb seine Gemeindekonzepte präsentierte, hatte Uwe Wagner vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Bamberg die geltende Gesetzeslage vorgestellt. Wagner freute sich darüber, dass sich die erforderlichen Anmeldeschritte von 19 auf neun reduziert haben.

Dies beschleunige die Anmeldung um gut acht Wochen. Geändert hat sich ferner, dass die Gemeinden ihre Maßnahme nicht mehr vorfinanzieren müssen. Künftig können sie Abschlagszahlungen je nach Arbeitsfortschritt abrufen. Der maximale Förderbetrag liegt bei rund einer Million Euro pro Gemeinde.

Förtsch zum Sprecher bestellt

Darin enthalten sind rund 50 000 Euro, die nur bei einer interkommunalen Zusammenarbeit gewährt werden.
Mit ihren Unterschriften auf der Präambel bestätigten die Bürgermeister Zimmermann (Gößweinstein), Grüner (Obertrubach), Förtsch (Egloffstein) und Frühbeißer (Pottenstein) die interkommunale Zusammenarbeit. Egloffsteins Bürgermeister Förtsch (CSU) wurde zum Sprecher der vier beteiligten Gemeinden bestellt.