"Eine Blutalkoholkonzentration von 3,23 Promille würde einen starken Mann umhauen", trug Staatsanwältin Isabel Brzezicha in ihrem Plädoyer vor. Angeklagt war eine Oberpfälzerin, die die meiste Zeit bei Aufseß wohnt und im Februar dieses Jahres in einer Kurve in Behringersmühle mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstieß.
Erschwerend kam hinzu, dass die Angeklagte zu diesem Zeitpunkt keinen Führerschein hatte. Sie war bereits wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr angeklagt worden.
Im Verfahren am Amtsgericht Forchheim vor Strafrichterin Silke Schneider räumte die Beschuldigte den Tathergang ein und gab an, dass sie mit Unterstützung ihres Verlobten an ihrem Alkoholproblem in Zukunft arbeiten wolle. Silke Schneider befragte die Geschädigte als Zeugin, ob sie denn gemerkt habe, dass die Angeklagte alkoholisiert war. "Da hat man nichts gemerkt. Ich habe dann nur was gerochen und habe deshalb die Polizei gerufen", antwortete die Zeugin.


Schaden von 3800 Euro

Sie erzählte, dass die Beschuldigte ihr nach dem Unfall einen Zettel mit ihren Kontaktdaten gegeben, dann aber wieder weggenommen habe.
An ihrem Auto sei ein Schaden von etwa 3800 Euro entstanden. Das Geld habe sie bereits erhalten. "Das mit der Unfallflucht ist grenzwertig", meinte die Richterin. Gemeinsam mit der Staatsanwältin beschloss sie, das Verfahren wegen Unfallflucht einzustellen. Allerdings folgte Silke Schneider dem Strafmaß der Staatsanwaltschaft und verurteilte die Angeklagte wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs, vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis und Trunkenheit im Verkehr zu einer fünfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung.


16 Monate ohne Führerschein

Die Bewährungsfrist dauert drei Jahre. Der Beschuldigten soll für 16 Monate keine Fahrerlaubnis ausgehändigt werden. "Das war sehr gefährlich, was sie da getan haben. Sie sind nicht nur eine kurze Strecke, sondern etwa 100 Kilometer in diesem Zustand gefahren", meinte Richterin Schneider.
Deshalb bekam die Angeklagte zur Auflage, eine Alkoholtherapie durchzuführen. Als Unterstützung stellte ihr Silke Schneider einen Bewährungshelfer zur Seite. Zum Abschluss wies die Richterin auf die Gefahren von Alkohol am Steuer hin, und darauf, dass sich die Angeklagte drei Jahre lang nichts zu Schulden kommen lassen dürfe.