In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat über den Brandschutz im Rathaus beraten, Mittel für die Förderung des örtlichen Musiknachwuchses in Form des Jeki-Projektes bewilligt und den Haushaltsplan nebst Haushaltssatzung für das Jahr 2017 verabschiedet.

Bei der Erstellung des Bauantrages zum Einbau eines Personenaufzuges im Rathaus Effeltrich hatte sich gezeigt, dass der Brandschutz des Rathauses nicht mehr nachgewiesen werden kann. Vor allem das Fehlen eines zweiten Rettungsweges aus dem Sitzungssaal im zweiten Obergeschoss wurde vom Kreisbrandrat und vom Kommandanten der FFW Effeltrich moniert.

Das Architekturbüro Siewertsen (Baiersdorf) war deshalb beauftragt worden, Ideen für einen zweiten Ausgang samt Rettungsweg aus dem Rathaussaal zu erarbeiten. In der Sitzung stellte Norbert Siewertsen verschiedene Möglichkeiten vor. Der Anbau einer Stahltreppe außen an der hinteren Giebelwand des Rathauses erschien noch als einigermaßen gefällige Lösung; dennoch war offensichtlich, dass diese Treppe die Außenansicht des alten Fachwerkgebäudes beeinträchtigen würde.

Bei den Gemeinderäten regte sich Widerstand. Roland Hetzel (CSU) erinnerte daran, wieviel Mühe man darauf verwandt habe, den geplanten Aufzug aus optischen Gründen eben nicht außen anbauen zu lassen. Wenn jetzt die Brandschutztreppe ins Spiel komme, fühle er sich an den Ratsbeschluss zum Einbau des Aufzuges innen, der viele Nachteile habe, nicht mehr gebunden. Er wünsche sich deshalb eine Ideensammlung für eine kombinierte Lösung, bei der das Aufzug-Projekt und die Rettungstreppe zusammengeführt werden.


Für neues Gesamtkonzept

Auch Gerd Wessels (DEL) plädierte für ein ganz neues Gesamtkonzept, selbst wenn bei einem Außenanbau etwa an der dem Ärztehaus zugekehrten Seite des Rathauses die Sanitäranlagen unten erneuert werden müssten. Einstimmig wurde beschlossen, Norbert Siewertsen damit zu beauftragen, Ideen für eine kombinierte Aufzug-Fluchtweg-Konstruktion vorzulegen, die alle drei Ebenen des Rathauses erschließt, innen aber möglichst wenig Raum wegnimmt.

Martin Haensel vom Musikverein Effeltrich berichtete über den von Seiten des Musikvereins zunächst nicht erwarteten großen Erfolg des Jeki-Projektes (Jedem Kind ein Instrument) an der Grundschule. Durch dieses von den Sparkassen und den Gemeinden unterstützte Projekt sollen alle Kinder die Chance erhalten, ein Instrument zu lernen, ganz unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern.

In Effeltrich hatten sich erstaunlich viele Kinder gemeldet, die neben dem normalen Musikunterricht in einer Instrumentalstunde ein Blasinstrument oder Gitarre lernen wollen. Auch für das nächste Schuljahr haben sich schon wieder 21 Kinder angemeldet. Martin Haensel unterstrich, dass dank der guten Zusammenarbeit zwischen Schule und Musikverein durch das Projekt auch Nachwuchsmusiker für den Musikverein gewonnen werden könnten. Die Gemeinde möge deshalb beschließen, den im Schuljahr 2017/2018 benötigten Betrag von rund 7700 Euro für den Einzel- und Gruppenunterricht bereitzustellen, was auch einstimmig geschah.


Gesamtvolumen bei 7,6 Millionen

Der Entwurf des Haushaltplanes und der Haushaltssatzung für das Jahr 2017 war den Räten bereits mit der Sitzungseinladung als Tischvorlage zugegangen. Kämmerin Christine Keusch war anwesend, um vertiefende Fragen zu beantworten.

Der Haushaltsplan 2017 hat ein Gesamtvolumen von 7 596 000 Euro. Davon entfallen rund 4,2 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 3,4 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt beträgt 313 150 Euro. Die Rücklagenentnahme liegt bei 2 404 200 Euro.

Kreditaufnahmen sind in diesem Haushaltsjahr nicht vorgesehen. Der Höchstbetrag der Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben beläuft sich auf knapp 700 000 Euro, das ist ein Sechstel der im Verwaltungshaushalt veranschlagten Einnahmen. Bei einem voraussichtlichen Schuldenstand zum Jahresende von 1 920 190 Euro (2016 waren es 2 050 570 Euro) und einem Aufwand für Zins und Tilgung bestehender Darlehen von 185 000 Euro wird die Pro-Kopf-Verschuldung der 2558 Effeltricher Einwohner zum Ende dieses Jahres bei 750 Euro liegen (2016 waren es 801 Euro).

Keusch wies bei der Beurteilung der finanziellen Lage darauf hin, dass mit Faktoren wie die Reduzierung der Schlüsselzuweisung um 18 000 Euro immer zu rechnen sei, was für eine eher konservative Haushaltsplanung spreche. Deshalb gehe sie auch davon aus, dass für die in der Gemeinde anstehenden Projekte in den Haushaltsjahren 2018 bis 2020 Kreditaufnahmen ins Auge gefasst werden müssen. Die Genehmigung des Haushalts erfolgte einstimmig.