Wenn ein Gast nach veganem Essen fragt, dann bietet der indische Koch Jagtar Singh, der im Gasthaus "Fässla" in Forchheim arbeitet, Chana Masala an. Die Kichererbsen in Curry mit Tomaten, Zwiebeln und Ingwer stehen auf der Karte unter den vegetarischen Gerichten. In seiner Heimat Indien sei "vegan" kein Begriff, sagt Jagtar Singh.
Aber im Fässla werde neben fränkischer und indischer, gelegentlich auch vegane Küche nachgefragt, also Mahlzeiten ohne tierische Eiweiße.
Vegan? "Ja, gibt es auch", sagt Manh Tuong Doan, der im "Misako-Sushi-Restaurant" in der Apothekenstraße hinter der Theke steht. "Sehr gefragt" sei vor allem vegetarisch, betont Doan. Doch auch Veganes gebe es reichlich. Der japanische Gastronom zeigt auf die Ware in der gläsernen Theke: Spargel, Mango, Rettich, Avocado und viele Gemüsesorten. "Der Gast kann bestimmen", sagt Doan.
So verfährt auch Birgit Moller-Simanzik, die einige Häuser weiter in der Apothekenstraße "Birgits Vintage" betreibt. Es gebe ja nicht nur Veganer, sondern immer wieder auch Kunden mit bestimmten Allergien. "Man muss miteinander reden und dann stelle ich das Essen zusammen", sagt die Vintage-Betreiberin. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass die Gäste sehr unterschiedliche Vorstellungen davon hätten, was vegan eigentlich sei, erzählt Moller-Simanzik. "Das ist offensichtlich Auslegungssache. Ich biete auch Garnelen-Spieße an - und die gehören für manche zur veganen Kost."
Auch wenn der Begriff nicht eindeutig abgrenzbar sein mag - vegan ist im Kommen. Nicht unbedingt in traditionell fränkischen Kneipen, beobachtet Christoph Kauer, in dessen "Stadtlockal" selbst "vegetarisch die Ausnahme" sei. Aber Enrico Scigliuzzo zum Beispiel, der Geschäftsleiter des "Arizona", wird auf der neuen Speisekarte im Mai vegane Gerichte anbieten. Aktuell sei die Küche da schon flexibel, sagt eine Arizona-Bedienung: "Man kann von dem Angebot immer was weglassen oder zusammenbauen."
Den Trend, vegane Speisen "zusammenzubauen", nutzt auch Enzo Vitale, Chef des Eiscafés Vesuvio. Seine Fruchteis-Sorten wie Maracuja, Waldbeere, Mango, Erdbeere oder Zitrone bereite er zu, indem er die Milch weglasse, dafür einen minimalen Wasseranteil hinzufüge - und fertig ist das vegane Eis. Er werbe damit noch nicht ausdrücklich, sagt Enzo Vitale, aber er biete es in seiner Eisdiele an.
Wer Facebook öffnet, findet den Veggie-Trend in Forchheim betätigt. "In der 'Essecke' gibt es lecker gegrilltes Gemüse und Nudeln, im 'Arizona' haben sie zwei vegetarische Burger", schreibt Dan C. in einer nichtöffentlichen Facebook-Gruppe. Dort wird auch das Forchheimer "Basilikum" und der "Zeitsprung" in Wiesenthau als Tipp für Veganer gehandelt. Und Kristina K. schreibt in der Facebook-Gruppe über das Forchheimer "Zollhaus": "Der Koch hat mir extra was gekocht. War sehr lecker, gab Kartoffelbrei ohne Butter und Ratatouille und guten Salat."