Für die Obertrubacher, aber auch für viele auswärtige Gäste, war der Auftritt des bekannten Journalisten und Bestsellerautors Andreas Englisch in der Pfarrkirche St. Laurentius ein herausragendes Ereignis.
Hier in Obertrubach entführte Englisch die Zuhörer in das Leben hinter den Mauern des Vatikans. Er tat dies unterhaltsam, voller Esprit, aber auch mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und letztlich einer großen Werbung für den Glauben.


Stolze Obertrubacher

Klaus Gotthard begrüßte als Gastgeber eingangs im Namen des Bildungshauses der katholischen Arbeitnehmerbewegung den Gast. Englisch gilt als bester Vatikan-Kenner unter den Journalisten. Aus seiner Bewunderung für die Bücher von Englisch machte auch Pfarrer Werner Wolf keinen Hehl.

Er freue sich zumal über eine voll besetzte Kirche. "Jemanden mit seinem solchen Bekanntheitsgrad erwartet man eher in den großen Hallen großer Städte und nicht in einem kleinen, beschaulichen Dorf in der Fränkischen Schweiz", sagte Bürgermeister Markus Grüner (CSU). Die Gemeinde war stolz auf den Besuch Englischs, weshalb sich dieser auch in das Goldene Buch Obertrubachs eintragen durfte. Eineinhalb Stunden sprach Englisch in schnellem Tempo; oft musste man sehr genau hinhören.

Er berichtete von seinem ersten Auftrag in Rom, wo er ganz ungeplant im Vatikan hängen-blieb und dort seit inzwischen über 30 Jahren tätig ist. Er beschrieb sich als einen, der "kein Vatikan-Experte war, keinen Wert auf italienische Heiligkeit legte, kein Interesse für die katholische Kirche hatte und schon gar nicht Theologie studiert hatte". Wofür er sich seinerseits interessierte, sei vor allem Fußball gewesen. Englisch wurde zum Bewunderer von Papst Paul II., erlebte den Theoretiker Papst Benedikt IV. und erzählte in Obertrubach schier unglaubliche Geschichten über den amtierenden Papst Franziskus.


Leidenschaftlicher Appell

Besonders interessant waren seine Berichte darüber, wie Franziskus jahrhundertealte Tabus bricht und dabei der katholischen Kirche ein neues, vor allem für soziale Belange sensibleres Gesicht gibt - oft zum Entsetzen des Klerus im Vatikan.

Englisch ließ seine Zuhörer in Obertrubach oft schmunzeln. Seinen Vortrag aber schloss er mit leidenschaftlichen Appellen. Englisch begrüßte die Öffnung von kirchlichen Ämtern für Frauen. Schließlich habe auch Christus die Frauen bei seiner Auferstehung als erste informiert, so dass sie doch auch eine herausragende Stellung einnehmen.

Andernfalls fahre die katholische Kirche, in der nicht einmal 20 Priester jährlich statt der benötigten 300 geweiht werden, in Deutschland gegen die Wand. Englisch bezeichnete die von Papst Franziskus angeschobenen Reformen als eine Gratwanderung. Der Autor hat den Vatikan mit seinen Stärken und Schwächen kennen und lieben gelernt und wurde dabei zum leidenschaftlichen Christen. "Es ist so einfach, Christ zu sein. Helft denen, denen ihr helfen könnt. Macht die Welt besser, dann wird Gott bei euch sein", so sein Appell.

Abschließend konnten die Zuhörer einige ihrer Fragen an Englisch loswerden. Vor und nach der Veranstaltung konnten sie zudem Englischs Buch "Der Kämpfer im Vatikan - Papst Franziskus und sein mutiger Weg" mit einer Originalsignatur erwerben. Die Nachfrage war gewaltig.