Es duftet nach Kindheit auf dem ehemaligen Hof der Familie Zeißler. "Ich mag den Geruch von frischem Brot immer noch sehr, denn da werden Erinnerungen an früher wach", meint Petra Zeißler, die mit Mutter Hilde Brot für die Eröffnung der "Eventlocation Zeißler" am Sonntag bäckt.

Bereits die Urgroßeltern, Elisabeth und Hans Müller, haben vor mehr als 80 Jahren Brot im eigenen Holzbackofen gebacken. "Und diese Tradition ging von Töchtern zu Töchtern bis heute weiter", erzählt Petra Zeißler und erinnert sich an ihre Kindheit. Früher wurde der Teig in einem Holzbottich von Hand eine Stunde lang geknetet. "Da habe ich als Kind zugeschaut, denn aus dem restlichen Teig wurden kleine Brote für uns Kinder gebacken. Und die schmeckten viel besser als das große Brot", erinnert sich Petra Zeißler.


Zahlreiche Handgriffe nötig

Das Brot war nicht nur für die Familie, sondern auch für die Nachbarschaft gedacht. Ihre Mutter heiratete vor 54 Jahren Walter Zeißler und zog in dessen Hof ein. Vor 50 Jahren bauten sie hier ebenfalls einen Holzbackofen und backten frisches Brot.

"Bis es zum fertigen Stück Brot auf dem Teller kommt, sind mehr Handgriffe nötig, als sich jemand vorstellen kann", berichtet Petra Zeissler und erklärt, dass die Vorbereitungen bereits im Wald beim Holz anfangen. Dieses Holz sollte mindestens ein Jahr gelagert werden, bevor es zum Feuerholz wird.

Mindestens zwei Schubkarren Holz werden für die Befeuerung des Holzbackofens benötigt. Drei Stunden vorher muss dieser bereits angezündet und richtig befeuert werden. "Dann fängt die schwere und mühsame Arbeit eigentlich erst an, denn die glühende Kohle muss aus dem Ofen geholt werden, damit die Schamott-Steine sauber sind", so Petra Zeißler. Die Temperatur misst sie mit Hilfe einer Roggenähre. Ist diese schwarz, dann wischt sie mit einem nassen Jutesack den Backofen aus. Und zwar ganz zügig, da die Temperatur des Ofens rasch sinkt. Die Teiglinge werden dann in den Ofen geschoben und für eineinhalb Stunden gebacken.

Mittlerweile haben Petra Zeißler und ihr Mann Armin den Hof übernommen. "Mein Hobby ist das Essen und der Genuss. Ich koche leidenschaftlich gern. Und ich liebe es, wenn die ganze Familie zum Genießen zusammenkommt", erzählt Armin Zeißler. Und dieses Gefühl von Genuss, Familie und Willkommen sein wollten die beiden auch an andere Menschen vermitteln. Deshalb bauten sie den Hof komplett um. Aus dem Kuhstall wurde eine Genusswerkstatt.

"Freitag ist bei uns Brottag. Da haben wir ab 15 Uhr geöffnet und es gibt neben Brot auch Kuchen, Brotzeit, Flammkuchen und Pizza", erklärt Armin Zeißler.


Küchla und Pralinen

Die beiden haben eine "Eventgastronomie". Ein Event für Gruppen ist beispielsweise das Backen von Brot oder Küchla. Oder die Herstellung von Pralinen.

Anders ist die Lage beim Nachbarn, dem Gasthaus Meister, das seit Anfang des Jahres geschlossen ist. Georg Meister berichtet, dass er in diesem Jahr nichts mehr unternehmen wird. Erst 2018 sind Umbaumaßnahmen geplant.