Das Leben kostet - und auch der Tod ist nicht umsonst. Jetzt aber soll der letzte Ruheplatz noch teurer werden. Und dies sorgte für Unruhe in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. Dies gipfelte darin, dass der Interessengemeinschaft (IG) "Überhöhte Grabgebühren", die Kritik an der Gebührenerhöhung übte, am Ende das Wort entzogen wurde.

"Ich lass' mich doch von Ihnen nicht herumführen", zürnte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) an die Adresse von Raimund Kupfer, der die Neukalkulation zerpflückte und schließlich erklärte, dass er bisher der Stadt seine Unterstützung bei der neuen Gebührenberechnung angeboten habe, jetzt aber nicht mehr bereit sei , sich weiterhin kostenlos zu engagieren. "Dann lassen S' es halt gehen", erwiderte ein sichtlich verärgerter OB.


Neue Gebühren angezweifelt

Vor dem Hintergrund der Probleme bei der Gebührenerhöhung 2013, die schließlich wegen Fehlern revidiert werden musste und zu Rückerstattungen von rund 240.000 Euro führten, hatte die Stadt ein externes Unternehmen damit beauftragt, jetzt die Friedhofsgebühren neu zu kalkulieren. Dies kam zu dem Ergebnis, dass die Jahresgebühr für ein Reihengrab mit einem Platz (Ruhezeit 25 Jahre) von bislang 512,50 Euro auf 550 Euro steigen solle. Sehr viel teurer noch das Doppelgrab: bislang 1275 Euro, so soll die Gebühr auf 1662,50 Euro steigen.
Raimund Kupfer hingegen kommt zu ganz anderen Zahlen: Das Reihengrab dürfte nur 425 Euro kosten statt 550 Euro - und beim Doppelgrab müsste der Preis bei den bisherigen 1275 Euro bleiben.

Seine Kritik fußt darauf, dass bei der Neukalkulation Kostenpunkte enthalten seien, die nach Kupfers Meinung, dort nicht hingehörten. Zum Beispiel die Straßenausbaubeiträge. Würde man sie auf zehn Jahre verteilen, könnten 65.000 Euro aus der Kostenrechnung herausgenommen werden.

Auch die Personalkosten bei der Neuanlage von Erdurnengräbern müssten aus dem laufenden Unterhalt herausgenommen werden. Zudem hätten die Kosten für Fremdmüll nichts in der Kalkulation verloren. Die Jahre zuvor seien sie herausgerechnet worden, diesmal nicht, wundert sich Kupfer. Dies alles sei Anlass, den Kostenanstieg von 38,55 Prozent in zwei Jahren zu bezweifeln, erklärte Kupfer und verließ nach der Abfuhr durch den OB den Raum.