Am Sonntagnachmittag, kurz nach 14 Uhr, sind die Helfer der Bergwacht Forchheim zu einem Einsatz am Röthelfels bei Morschreuth und Wolkenstein alarmiert worden. Einer Kletterin, so meldete der Anrufer, sei ein Stein auf den Kopf gefallen, ärztliche Hilfe sei notwendig.

Unverzüglich starteten die Einsatzkräfte mit dem Rettungsfahrzeug der Bergwacht, sowie der Rettungsdienst des Roten Kreuzes (BRK), ein Notarzt aus Forchheim sowie der Einsatzleiter des Rettungsdienstes des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) aus Gräfenberg in Richtung Röthelfels. Die Helfer staunten aber nicht schlecht, als sie erfuhren, dass das Unfallopfer nicht mehr da war. "Ein Kletterer, der nicht zur Gruppe des Unfallopfers gehörte, erklärte, dass die Frau mit Begleitung bereits zu Fuß in Richtung Wolkenstein aufgebrochen sei", informiert Sebastian Prell von der Bergwacht Forchheim.


Vergebliche Suche

Also machten sich die Einsatzkräfte auf den Weg, um von Wolkenstein her der Verletzten entgegenzueilen. Auch Bergretter der Bergwacht Erlangen stießen dazu, um die Forchheimer Einsatzkräfte zu unterstützen, schildert Prell die Situation. Allerdings vergeblich. Es war keine verletzte Person zu finden. Erschwert wurde die Suche, weil weder das Unfallopfer noch ein Begleiter telefonisch erreichbar waren. Niemand ging ans Telefon, von dem aus der Notruf abgesetzt worden war, erklärt Prell. Erst nach diversen Telefonaten stellte sich heraus, dass das Unfallopfer wohl eigenständig ins Krankenhaus gefahren war und niemanden informiert hatte.

Insgesamt, so der Helfer der Bergwacht, waren an diesem Einsatz, der irgendwie keiner war, 15 Einsatzkräfte zwei Stunden lang gebunden. Neben elf ehrenamtlichen Helfern war auch eine Notärztin vor Ort, die anderswo dringend gebraucht worden wäre.

Die Bergwacht Forchheim nutzt diesen Vorfall, um daran zu erinnern, bei einem Notruf an Ort und Stelle zu bleiben. Zum einen erleichtere das den Einsatzkräften das Auffinden des Unfallopfers, zum anderen werde so am schnellsten medizinische Hilfe zuteil.

Wer trotz Verletzung einfach verschwinde, begebe sich in Lebensgefahr, während die Einsatzkräfte umherirrten, um das Unfallopfer zu suchen. "Haben Sie Geduld", mahnt Sebastian Prell. Wir brauchen etwas Zeit, um von Forchheim zu den Klettergebieten zu fahren. Aber wir kommen definitiv, um zu helfen", versichert der Bergwacht-Retter. Ständiger Kontakt während der Anfahrt sei hilfreich.


Notruf - Was zu tun ist, wenn etwas passiert ist

Wo ist etwas passiert?
Je genauer die Ortsangabe, desto weniger Zeit verbringen die Einsatzkräfte mit dem Suchen nach der Einsatzstelle.

Was ist passiert?
Sturz, Steinschlag? Welche Verletzungen hat das Unfallopfer? So können geeignete Einsatzmittel gleich mitgebracht werden.

Notruf vom Handy
Vom Handy aus müssen die Angaben besonders präzise sein, da die Telefonnummer keinem Ort zugeordnet werden kann.

Wer meldet das Ereignis?
Name und eine Rufnummer für Nachfragen sind wichtig.

Geduld aufbringen
Auf das Eintreffen der Rettungskräfte warten. So erhalten die Helfer weitere Infos. Verlässt jemand den Einsatzort, unbedingt Bescheid sagen. Das spart unnötige Suche und gewährleistet Kontakt für spätere Hilfe. red