Für eine Überraschung sorgte bei der Jahreshauptversammlung des Krankenhaus-Fördervereins der ehemalige Forchheimer Klinikchef und langjährige Schatzmeister: Reinhard Hautmann erklärte bei den Neuwahlen, dass er für das Kassenamt, das er 21 Jahre inne hatte, nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Auslöser war die Kandidatur von Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) zum Zweiten Vorsitzenden des Fördervereins. Hautmann begründete seinen Schritt damit, dass er Uwe Kirschstein "eine Zusammenarbeit im Vorstand mit mir als Schatzmeister nicht zumuten möchte".
Der Ende März nach über vier Jahrzehnten Dienstzeit in den Ruhestand getretene Klinikgeschäftsführer rechnete damit unverblümt mit Kirschstein ab - der, so Hautmann, "bereits am 20. Februar 2016 gegenüber der Forchheimer Presse meine 40-jährigen positiven Krankenhausbilanzen anzweifelte". Hautmann untermauerte dies, indem er zitierte: "Ich höre alle Jahre, dass die Klinik Forchheim schwarze Zahlen schreibt. Aber eine richtige Darstellung der genauen Zahlen findet nicht statt", habe Kirschstein wörtlich gesagt. Als seinen Nachfolger im Amt des Schatzmeisters schlug Hautmann den bisherigen Fördervereins-Geschäftsführer Herbert Wolfrum vor.


Endgültige Entscheidung

Der Erste Vorsitzender, Bürgermeister Franz Streit, reagierte völlig überrascht auf die Entscheidung Hautmanns und fragte ungläubig: "Ist das endgültig?". Doch der ließ sich nicht umstimmen: "Ich habe in meinem Leben immer alles endgültig gemacht". Er sei immer gradlinig gewesen, betonte Hautmann.
Nach Hautmanns Paukenschlag verliefen die Neuwahlen dann doch noch in Einklang: Für den Posten des Schatzmeisters wurde auf Vorschlag Streits mit dem neuen Krankenhausdirektor Sven Oelkers ein kompetenter Amtsinhaber gefunden. Auch Oberbürgermeister Uwe Kirschstein wurde (mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung) zum neuen Stellvertreter des in seinem Amt bestätigten Vorsitzenden Franz Streit gewählt. Der bedankte sich bei der bisherigen Zweiten Vorsitzenden Jutta Rudl. Deren Sohn, Apotheker Andreas Rudl, wurde zum neuen Schriftführer gewählt. Anerkennung für die bisherige Amtsführung wurde Chefarzt Dr. Klaus Swoboda ausgesprochen, der nicht mehr kandidiert hatte. Weiterhin als Geschäftsführer ist Herbert Wolfrum tätig. Am Ende eine vielleicht versöhnliche Geste: Als Franz Streit sich bei Reinhard Hautmann für die vielen verdienstvollen Jahre an der Spitze des Klinikums bedankte, applaudierte unter den rund 64 Besuchern der Versammlung auch OB Uwe Kirschstein. Weiteres lässt sich nicht durchleuchten, auch nicht mit den "Röhren des Klinikums" über die anschließend der Chefarzt der Radiologie, Dr. Klaus Swoboda, die Vereinsmitglieder informierte.