"Es gibt etwa 31 Millionen Haustiere in Deutschland, die in insgesamt 15 Millionen Haushalten leben. Und wenn man überlegt, dass davon in jedem vierten Haushalt Senioren leben, erkennt man, dass Haustiere im Alter wichtig sind", erklärt Marianne Wende, Vorsitzende des Tierschutzvereins Forchheim und Umgebung.
Am beliebtesten seien Katzen, gefolgt von Hunden und Vögeln. Wendes Verein betreibt das Tierheim zur Staustufe in Forchheim. "Haustiere vermitteln ihren Besitzern, geliebt und gebraucht zu werden, und helfen, gesund zu bleiben", weiß die Vorsitzende aus Erfahrung.


Der ideale Partner

Wichtig sei, dass die alten Menschen eine Aufgabe und Verpflichtung haben, damit sie weniger an Depressionen leiden. "Ich denke, jeder kennt das gute Gefühl, wenn man ein Tier streichelt", meint Marianne Wende und lächelt. Sie kennt viele Senioren, die sich mit ihrem Haustier unterhalten und deren Lebensqualität sich durch ein Tier verbessert hat. Doch sie gibt auch zu bedenken, dass die Anschaffung eines Tieres mit großer Verantwortung verbunden ist. "Da die Senioren nicht mehr arbeiten gehen, sind sie eigentlich die idealen Partner für Tiere. Aber Tiere kosten Geld und müssen gepflegt werden.

Deshalb sollten ältere Menschen, die selbst gerade so mit sich klar kommen, überlegen, ob sie sich auch noch um ein Tier kümmern können", sagt Marianne Wende.
Wie beim Menschen, so haben auch ältere Tiere ihre gesundheitlichen Probleme. "Man muss häufiger mit ihnen zum Tierarzt. Das kostet einerseits Geld, aber es stellt sich auch die Frage, ob ich mobil genug bin, um das Tier in die Praxis zu bringen", sagt die Leiterin des Tierheims. Wichtig sei im Alter, dass man sich gute Netzwerke schaffe. Man brauche in der Familie oder im Freundes- und Bekanntenkreis Menschen, die im Notfall einspringen können. Besonders, wenn man verreisen möchte oder ins Krankenhaus muss.

"Dann geht es auch um die Wohnverhältnisse. Ich muss schauen, ob ich überhaupt genug Platz habe, und ob ich ein Tier halten darf", erklärt Marianne Wende. Die Frage sei auch, welches Tier das richtige ist. Ein junges Tier ist laut Wende aufgeweckter, ein älteres ruhiger, werde aber schneller krank. Eine Katze ist selbstständiger, aber ans Haus gebunden. Einen Hund kann man in den Urlaub mitnehmen, man muss ihn aber auf der anderen täglich Gassi führen.

"Gut ist, dass Senioren durch das Tier eine Aufgabe haben. Bei einem Hund müssen sie zum Beispiel täglich raus an die frische Luft", berichtet Marianne Wende. Durch das Spazierengehen mit dem Hund kommt auch der Besitzer an die frische Luft, hat Bewegung und stärkt dadurch sein Immunsystem. "Und man trifft andere Hundebesitzer, mit denen man sich unterhalten und austauschen kann", fügt die Leiterin des Tierheims hinzu. Sie hatte auch den Fall, dass eine Hundebesitzerin in der Wohnung gestürzt war und deren Hund so lange bellte, bis Hilfe kam.

Auf der anderen Seite landeten auch schon Tiere im Heim, deren Besitzer verstorben waren und die niemanden hatten, der sich um das Tier kümmerte.
Wer sich kein eigenes Tier anschaffen möchte, aber nicht auf Streicheleinheiten verzichten will, kann sich beim Tierheim melden. Hier kann man mit Hunden spazieren gehen oder sich als Tiersitter eintragen lassen. "Wenn jemand in Urlaub fährt, kann er bei uns anrufen und wir vermitteln dann Senioren, die auf das Tier aufpassen. Zum Beispiel kann man dann in der Zeit den Hund zu diesen Menschen bringen und die kümmern sich", erzählt Wende.

Sollte jemand unentschlossen sein, kann er erst einmal ein paar Stunden oder einen Tag mit dem Tier verbringen. "Man sollte uns einfach ansprechen, wir helfen gern weiter", sagt Marianne Wende. Denn das Tier soll zum Menschen passen. Und der Mensch sollte das Tier mit Respekt behandeln.