"Wir wollen eine umweltfreundliche Gemeinde sein", erklärt Heiligenstadts Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit). Auch deshalb hat der Marktgemeinderat im Juni vergangenen Jahres beschlossen, dass für Elektrofahrzeuge eine Ladesäule am Marktplatz neben dem Netzanschlussschrank installiert werden soll.
"Der Landkreis Bamberg möchte die E-Mobilität fördern. Und wir sind dabei", sagt Krämer. Die Gesamtkosten wurden im Juni 2015 mit 5000 Euro veranschlagt.

Geplant waren eine Städtebauförderung von 60 Prozent und ein Zuschuss vom Landkreis, sodass die Restkosten für die Elektrosäule höchstens 1000 Euro betragen hätten.

Es war ferner geplant, dass das Landratsamt eine Sammelbestellung organisieren soll. Dann aber stellte sich heraus, dass in absehbarer Zeit keine Städtebauförderungsmittel beantragt werden können. Deshalb wurde in der Bürgermeisterversammlung im September vergangenen Jahres entschieden, dass die Ladesäule für Elektrofahrzeuge ohne diese Fördermittel durchgeführt werden soll.

"Die Idee einer E-Tankstelle geisterte schon lange herum", sagt der Bürgermeister und ergänzt: "Wenn ich fordern will, dass mehr Elektroautos angeschafft werden sollen, dann brauche ich auch flächendeckend mehr entsprechende Tankstellen." Das Problem sei wie bei dem Huhn und dem Ei - was muss zuerst da sein? Als Hinderungsgrund für E-Autos sieht Krämer die noch fehlenden Tankstellen, das aktuell günstige Benzin und die Problematik der Speicher.


1000 Euro aus eigenen Mitteln

In Heiligenstadt soll es aber eine entsprechende Tankstelle geben, deren Kosten etwa 3500 Euro betragen. Davon gehen 2500 Euro Landkreiszuschuss ab, sodass die Ladesäule etwa 1000 Euro kosten wird. Die Frage im Bauausschuss war nun, welche Leistung das Ladegerät haben soll. Die Ausschussmitglieder stimmten einstimmig zu, dass die Ladesäule zweimal 22 Kilowatt Strom liefern soll. "Wir dachten, dass die Gäste ihr Auto tanken, während sie gemütlich ihren Schweinebraten in einer Gaststätte essen. Und wer braucht schon fünf Stunden für einen fränkischen Schweinebraten?", fragt Krämer.

Der Auftrag in Höhe von etwa 3700 Euro wird an das Bayernwerk vergeben. Es soll eine Karte geben, mit der die Kunden tanken können. Der anfallende Betrag geht an die Gemeinde, da diese den Strom zur Verfügung stellt.