Niemand braucht sich wundern, wenn in Neunkirchen Seltsames passiert, denn die Gemeinde wird bis Aschermittwoch von Narren regiert.

Mit Selau und Ahoi baten sie lautstark um Asyl, doch Bürgermeister Richter blieb zunächst kühl.

Hineinlassen wollte er die Narren nicht, da würde er nur verlieren sein Gesicht.

Denn sie könnten zwar reimen und dichten, doch regieren? Mitnichten!

Die Narren ließen Heinz Richter schwätzen, weil sie stattdessen ihre Messer wetzten.

Zum Tanz der Hexen wollten sie das Blatt noch wenden, doch Heinz Richter ließ sich von den Piraten nicht blenden:

Die herausgeputzten Narren sollten auf der Straße verharren! Die Rechnung hatte er ohne die Narren gemacht, die ihm drohten mit Gewalt und Krach. Um Gnade wimmelnd beugte er sich der närrischen Übermacht und rief aus dem Fenster: "Die Rathaustür wird aufgemacht!"

Richter dankte freiwillig ab, übergab den Schlüssel und überreichte obendrein viele Gaben in einer Schüssel. Als Dank gab`s von den Narren eine Problemlösung gratis dazu: Einen Tunnel für die Westumschiffung, damit in Neunkirchen herrscht Ruh.

Dann gehörte der Bürgermeister den Hexenfrauen, die ihn fest hielten in ihren Klauen.

Die Gardemädchen führten eine Polonaise an und mit Ahoi, Selau und Gesang zogen alle munter weiter - die fröhlichen Narren, der Elferrat und die lustigen Faschingsweiber.
Mit dem Bürgermeister im Schlepptau. Selau!