Seit einem Jahr ist Alexandra Dauer aus Heinersreuth bei Bayreuth nun schon Heimleiterin des Streitberger Seniorenzentrums Martin Luther, des Seniorenzentrums Fränkische Schweiz Ebermannstadt und auch des Demenzzentrums Lindenhof in Unterleinleiter. Zwischen den drei Einrichtungen pendelt sie öfters hin und her, ihr Hauptbüro hat sie aber in Streitberg.

Die 42-jährige Diplompsychologin hat es nach eigenem Bekunden noch keine Sekunde bereut, sich seinerzeit für diese Aufgabe beworben zu haben. Ihr erster Arbeitstag war just ein Rosenmontag. An diesem Tag trat damals die Faschingsgesellschaft Narrenkübel aus Gößweinstein im Streitberger Seniorenhaus auf. Davon zeugt noch heute der Faschingsorden, der an der Pinnwand über Dauers Schreibtisch hängt.
"Ich bin eigentlich ein Faschingsmuffel. Aber es ist schon beachtlich, was die Gardemädchen leisten", erinnert sich Alexandra Dauer an deren Auftritt vor gut einem Jahr.

Ausgezeichnete Zusammenarbeit

Dauer legt großen Wert auf die Feststellung, dass sie gern mit den Organisationen und Vereinen vor Ort zusammenarbeitet. "Ausgezeichnet" sei die Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde Wiesenttal ebenso wie mit der evangelischen Kirchengemeinde.

Alexandra Dauer, die mit einem selbstständigen Informatiker verheiratet ist, war zuvor als Heimleiterin von zwei Einrichtungen für psychisch Kranke in Auerbach und Königstein in der Oberpfalz tätig. Dass die Stelle als Heimleiterin des Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim frei geworden war, hatte sie aus der Zeitung erfahren: "Schon der Internet-Auftritt wirkte auf mich sehr gut. Ich wollte einmal etwas anderes machen und was anderes sehen."

Ein besonderes Licht

Heute ist Dauer die Chefin von rund 140 Mitarbeitern. Besonders spannend findet sie derzeit das Projekt "Pflegeoase" im Demenzzentrum in Unterleinleiter. Sieben der 41 Bewohner leben dort in einem Raum mit "zirkadianem Licht". "Das ist so wie Tageslicht und wirkt auf die Psyche der Menschen mit fortgeschrittener Demenz wohltuend, besonders wenn es draußen düster ist" , erklärt Dauer.

Jeder Bewohner der "Pflegeoase" hat aber auch seinen eigenen abgetrennten Raum. Mit der "Pflegeoase" habe man es auch geschafft, dass die Bewohner weniger Medikamente einnehmen müssten als zuvor. "Wir werden nun auch als eine der ersten Einrichtungen beim Entbürokratisierungs-Projekt des Bundesministeriums für Gesundheit dabei sein", kündigt die Heimleiterin an. Anlaufen soll das Ganze im April oder Mai dieses Jahres. Bei diesem Projekt soll ein neues und dabei prägnanteres Dokumentationssystem zum Einsatz kommen. Es soll den Pflegern Zeit sparen, die diese dann auf die Pflege der Heimbewohnern verwenden können.

In Streitberg gibt es momentan 77 Bewohner, in Ebermannsstadt 36. "Für mich war es eine sehr gute Entscheidung, diese Stelle anzunehmen. Auch weil die Mitarbeiter in allen Häusern eine tolle Arbeit leisten", sagt Dauer.

Schöner Ausblick

Und das ist noch etwas: "Es ist auch eine traumhafte Gegend, um hier zu wohnen und zu arbeiten", schwärmt Alexandra Dauer. Sie zeigt auf ihr großes Bürofenster mit dem schönen Ausblick ins Wiesenttal hinunter. "Ich wurde hier sehr freundlich, offen und warmherzig aufgenommen", freut sich Alexandra Dauer. Die Ziele könne man allerdings nur gemeinsam erreichen, dass wisse sie. Sie nehme sich deshalb auch nicht zu wichtig. Ein Ziel von ihr ist es, die Qualität in den Einrichtungen nicht nur zu halten, sondern immer wieder zu verbessern.