Der Tag des offenen Hofes ist als Schaufenster der Landwirtschaft zu verstehen und eröffnet dem Durchschnittsbürger einen Einblick in den bäuerlichen Arbeitsalltag mit all dem, was um ihn herum zu organisieren ist.
So konnten zahlreiche Besucher am vergangenen Sonntag verschiedenste Arbeitsbereiche des Landwirtes Dittrich in Rüssenbach in Augenschein nehmen. Damit das ganze nicht so bierernst blieb, wurde die Veranstaltung durch viele Spiele aufgelockert.
Beim Heuballenweitwurf konnten der zweite Bürgermeister und BBV-Kreisobmann Herrmann Greif sowie Landrat Herrmann Ulm ihre sportliche Leistungskraft unter Beweis stellen.
Der Auftakt zum Tag des offenen Hofes fand in diesem Jahr nicht vor Ort in Rüssenbach, sondern zwei Kilometer weiter im Rathaussaal in Ebermannstadt statt. Hier diskutierte Staatsminister Marcel Huber (CSU) zusammen mit dem Stadtrat und dem stellvertretenden Bürgermeister Sebastian Götz die aktuelle Lage der regionalen Bauern - auch im Hinblick auf den stetig fallenden Milchpreis. Zu verdanken war der "hohe Besuch" Kreisrat Michael Hofmann, der seine Überzeugunskünste spielen ließ.


Organisationen präsentieren sich

Auf dem Hof des Landwirtes Dittrich präsentierten sich Vertreter der heimischen Landwirtschaft an verschiedenen Ständen. Dazu zählten der Ring junger Landwirte, die von Herrmann Greif als "unsere regionale Zukunft" betitelt wurden und der Maschinenring, der dafür Sorge trug, dass für die Veranstaltung vielerlei landwirtschaftliche Geräte und Maschinen ausgestellt und bewundert werden konnten.
Mit dabei waren auch das Landwirtschaftsamt und die Waldbauernvereinigung, die aus 800 Mitgliedern besteht und auf einer Fläche von fünf Hektar für den Brennholzertrag zuständig ist. Jährlich veranstaltet diese eine Aktion, bei der Drittklässler aus der Region Brennholz sammeln und auf Burg Feuerstein Bäume pflanzen. Die Polizei, die Fragen zur Verkehrssicherheit, Alkoholmissbrauch am Steuer und vieles mehr erklärte, durfte natürlich genauso wenig fehlen. Der Kreisobmann ließ es sich nicht nehmen den Alkoholtest-Parcours mit einer "Promillebrille" zu beschreiten. Außerdem wurden neue technische Errungenschaften gezeigt: wie eine automatische Gartenschere, die ihren Dienst mit Hilfe eines besonderen Handschuhs ausführt - aber verweigert, sollten die Finger sich in einer potenziell verletzbaren Position befinden. Nicht mit einem Stand vertreten, aber genauso wichtig sind die Milchbauern, die derzeit stark unter dem stetig fallendem Milchpreis leiden. "Allein in Landkreis Forchheim gibt über 240 Milchbauern, die allesamt die Auswirkungen zu spüren bekommen. "Nicht umsonst stehen wir vor der dritten Weltrekordernte in Folge", erklärte BBV Kreisobmann Herrmann Greif. Man gehe mit einem Restbestand von 25 Prozent in den Lagern in die nächste Ernte. Daher sei es nicht weiter verwunderlich, dass immer weniger Landwirte ihre Pacht bezahlen könnten. Dadurch verlören wir immer mehr Bauern und Bäuerinnen. Und ohne Landwirte gebe es bald auch keine so schöne Landschaft mehr, wie wir sie jetzt kennen. Das sollte uns Anstoß genug sein, um unser Kaufverhalten zu überdenken, erklärte BBV Kreisobmann Herrmann Greif.