Die Gestaltung des Neubaus in der Bamberger Straße bleibt umstritten. Während Stadträtin Heike Schade (FGL) das geplante Mansardendach des Altenwohnheimes eher sanft kritisierte, verwarf Sebastian Körber (FDP) den Neubau, der nach dem Abriss des Katharinenspitals entstehen wird, in Bausch und Bogen: "Langweilig und banal" sei der Entwurf.

Befremdlich fand Körber vor allem das Mansarden-Dach, das eher in die Barockzeit passe. Hier werde die Chance vergeben, etwas Neues zu schaffen, ärgerte sich der FDP-Stadtrat: "Das ist enttäuschend."


Mansarde schafft Raum

Bauamtschef Gerhard Zedler dagegen betonte: "Ich hab nichts rumzumäkeln an der Gestaltung." Das Mansardendach habe zudem den Vorteil, dass es zusätzlichen Wohnraum möglich mache. Auf Unverständnis stießen die Kritiker auch bei Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) und Reinhold Otzelberger (SPD). Als Körber ankündigte, gegen die "verschlimmerte" Planung zu stimmen, meinte der OB, das stünde ihm gar nicht zu: "Das können Sie nur, wenn es sich um eine Verunstaltung handelt. Zudem haben wir im Bauausschuss lediglich über die baurechtliche Seite des Projektes zu entscheiden."

Ähnlich hob Reinhold Otzelberger hervor: "In diesem Ausschuss sind wir nicht Bauherren." Davon abgesehen, war der SPD-Rat begeistert darüber, was der Bauausschuss am Montag insgesamt auf den Weg gebracht hatte. Denn neben dem Beschluss, in der Bamberger Straße 53 neue Wohnungen zu bauen, gaben die Stadträte auch grünes Licht für den Neubau von rund 30 Wohnungen in der Paul-Keller-Straße und für 24 Wohnungen in der Jean-Paul-Straße. "Es tut sich was im sozialen Wohnungsbau in Forchheim", freute sich Otzelberger über "112 Wohneinheiten, die wir heute genehmigt haben".

Wobei Franz Stumpf skeptisch war, ob es die künftigen Bewohner als "sozial" empfinden werden, wenn sie für die Miete Quadratmeter-Preise von über sieben Euro werden zahlen müssen.

Den Neubau in der Bamberger Straße genehmigte der Bauausschuss gegen die Stimmen von Heike Schade und Sebastian Körber. Die anderen Projekte wurden einstimmig beschlossen. Wobei FBF-Rat Manfred Mauser die Befürchtung äußerte, die ihm regelmäßig von Bürgern nahe gebracht werde: Jahrelang habe sich die Stadt bemüht, den Stadt-Norden aufzuwerten und jetzt werde mit dem Bau zweier Wohnanlagen für Asylbewerber "ein neues Ghetto draus gemacht". In der Jean-Paul-Straße entstehe kein Ghetto für Flüchtlinge, klärte Oberbürgermeister Franz Stumpf auf, sondern "ganz normale Sozialwohnungen, in denen auch Asylsuchende wohnen können".