Ihren Kredit verspielt hat eine einschlägig Vorbestrafte aus Ebermannstadt. "Ich sehe mich außer Stande, erneut Bewährung zu geben", sagte Richterin Silke Schneider und verurteilte die 30-Jährige, gegen die zwei Bewährungsstrafen laufen, wegen Körperverletzung zu neun Monaten Haft. Sie hatte ein stark brennendes Spray in die Wohnung der Partnerin ihres Ex-Freundes gesprüht und dadurch drei Personen verletzt.

Der Hintergrund: Die Angeklagte und ihr Ex-Freund haben ein gemeinsames Kind und geraten immer wieder in Streit. Einmal saßen sich bereits vor Gericht gegenüber, als er sie bedrohte und sie mit einem schweren Gegenstand zuschlug.

Der aktuelle Fall: Am 9. Mai 2016 hatte die Angeklagte ihren Ex mehrfach angerufen. Sie forderte 20 Euro und wollte über eine Verhandlung bezüglich der Fürsorge des Kindes sprechen.

Laut seiner Aussage ("Die geht mir so auf die Nerven.") hatte der Mann aber keine Lust, sich mit der Verflossenen zu unterhalten. Er sei erst nicht ans Telefon gegangen und habe dann abweisend reagiert. Die Angeklagte schildert dies anders. "Ich wollte seiner Neuen auf meinem Handy zeigen, dass er es wieder bei mir versucht."
Den Vorsatz setzte sie umgehend um. Von einem Nachbarn ließ sie sich nach Forchheim fahren, um Pizza zu holen. Die Wartezeit nutzte sie, um gegen 22.30 Uhr bei der Partnerin ihres Ex-Freundes zu klingeln.

Als diese ihr vom Fenster zuschrie, dass sie gehen solle, und mit der Polizei drohte, soll die Angeklagte ein Spray aus ihrer Jackentasche gezogen und durch das offene Fenster gesprüht haben. Die Folge: Die Frau und ihre zehnjährige Tochter erlitten starkes Augenbrennen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Der Ex-Freund wurde leicht verletzt.

Die Angeklagte aber bestreitet die Tat, ein Spray wurde nicht gefunden. "Schon komisch, dass sie die Fenster zuließen, bis die Sanitäter kamen", sagte Verteidiger Heinz Franz, der wegen der Zweifel auf Freispruch plädierte.
Für Staatsanwalt Matthias Schmolke war der Sachverhalt hingegen klar. Da ein Drittbeteiligter aufgefallen wäre, hätten sich die Geschädigten das Spray selbst in die Wohnung sprühen müssen: "Das ist unwahrscheinlich."

Richterin Schneider schloss sich der Meinung an. "Sie verkaufen sich vor Gericht ja immer gut. Ich bin aber überzeugt, dass es so war", sagte sie zur Angeklagten, die die Kosten des Verfahrens trägt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.