Allen Fragen der Einwohner von Neunkirchen nahm sich Bürgermeister Heinz Richter nach der Bürgerversammlung an. Eine Frage beschäftigte einige Bürger bei der Versammlung in der Aula besonders und wird auch den Marktgemeinderat in seiner nächsten Sitzung beschäftigen.

Bürger möchten am Kreuzungsbereich Erlanger Straße/ An den Heuwiesen einen Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 26 Metern haben. Hintergrund ist, das dies eine stark frequentierte Kreuzung sei. Hierzu teilte Bürgermeister Heinz Richter mit, dass seitens der Gemeinde schon eine Verkehrsbegehung mit der Polizei stattgefunden habe.

Dabei stellten die Experten fest, dass letztlich doch zu wenig Verkehr über den Kreuzungsbereich rolle und sich zu wenige Unfälle ereignen würden. Trotz der aufgenommenen Unfälle mit sechs Schwerstverletzten und zehn Leichtverletzen sieht sich auch die Regierung von Oberfranken nicht in der Pflicht, den Ausbau eines Kreisels zu fördern, erklärte Richter. Er will sich um die Angelegenheit noch einmal kümmern und mit seinen Marktgemeinderäten in der nächsten Sitzung beraten.

Ein weiterer Zuhörer fragte nach, wie es mit der Reihenhausbebauung auf der Gugel weitergehen soll. Hierzu teilte Bürgermeister Richter mit, dass das Projekt der Reihenhaus AG nicht weiter ausgeführt werde, da die Hochspannungstrasse weiter bestehen bleibt.

Ursprünglich, erklärte Richter, sollte die Trasse ausgebaut werden, doch durch die Widerstände der an der Trasse liegenden Gemeinden sei man davon wieder abgekommen. Allerdings werde die bestehende Trasse zur Reserveversorgung weiterhin genutzt. Der gültige Bebauungsplan bleibe weiterhin bestehen.


Schmetterling hält auf

Auf die Frage, ob es in Neunkirchen weitere Baugebiete geben wird, antwortete der Bürgermeister: "Aktuell gibt es in Neunkirchen zwei Baugebiete und eines in Ermreuth. Bei einem Baugebiet in Neunkirchen gibt es allerdings Probleme mit dem Wiesenknopfameisenbläuling." Bei dem Tier handelt es sich um einen Schmetterling. Die Umsiedlung dieses geschützten Flattertieres gestalte sich schwierig. Konkret gebe es noch keine geeigneten Umsiedlungsflächen. Ärgerlich sei dies vor allem für die betroffenen Bauwilligen, die aufgrund dieser Tatsache nicht bauen dürfen.

Das Hochwasserschutzkonzept der drei Gemeinden Dormitz, Hetzles und Neunkirchen komme ebenfalls nicht voran und wird in einer der nächsten Marktgemeinderatssitzungen noch einmal vorgestellt. Für diese Maßnahme "HQ 100" werden in den nächsten Haushaltsjahren insgesamt rund eine Million Euro eingestellt.


Viele Baustellen im Ort

Dass sich beim Breitbandausbau etwas tut, sieht man an den zahlreichen Baustellen im Ort - insgesamt 33 an der Zahl. Die Arbeiten sollten zwar im Dezember abgeschlossen sein, aber wie es aussieht, wird es Februar 2017 werden.
Ein Bürger erkundigte sich in der Versammlung, wie es um die Westumgehung in Neunkirchen am Brand stehe. Hier teilte Richter mit, dass ein neues Verkehrsgutachten nachgereicht werden musste.
Alle Beschlüsse wurden durch den Marktgemeinderat gefasst und nun kann es in die Planung gehen. Wenn alles fertig geplant ist, werde es der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein Anwohner aus der Gugelstraße fragte nach, ob die Gemeinde keinen Einfluss auf die Anschlusskosten für Gasversorgung habe. Sollten mehrere Anfragen für einen Gasanschluss vorhanden sein, werde die Gemeinde darauf Einfluss nehmen. Bürgermeister Richter nahm diesen Wunsch als Anregung auf.


Schwerlastverkehr

Ein Dauerbrenner ist die Friedhofstraße. Immer wieder benützten Lastwagen die Straße, die über 7,5 Tonnen wiegen. "Warum kontrolliert dies nicht die kommunale Verkehrsüberwachung?", fragte ein Bürger. "Wir wissen", antworte Richter, "dass dies keine befriedigende Situation ist. Auch unsere Nachbargemeinden sind nicht begeistert über die Sperrung der Friedhofstraße, da diese nun mit dem Schwerlastverkehr konfrontiert sind."
Die Frage, wann die Friedhofstraße erneuert wird, beantwortete das Gemeindeoberhaupt folgendermaßen: "Ein Ausbau macht nur Sinn, wenn wir die Straße verbreitern können und das ist leider nicht möglich." Das Vorhaben, die Gemeindeverbindungsstraße von Ebersbach nach Marloffstein auszubauen, kann die Gemeinde nicht umsetzen, da ihr die Straße nicht gehört.


Einzelhandel in Neunkirchen

Wie geht man mit dem Problem des Einzelhandelsterbens innerorts um? "An den Parkplätzen liegt es nicht", sagte Bürgermeister Richter. Der Internetkauf bereitet den Einzelhändlern große Probleme. Auch würden bei vielen Geschäftsinhabern die Nachfolger fehlen.
Die Gemeinde arbeitet laut Richter bereits an diesem Thema, hat dazu aber auch noch keine Lösung gefunden.
"Wie steht es um ein Gemeinschaftshaus in Neunkirchen?", fragte ein Bürger. "Im Moment ist dafür kein Bedarf vorhanden", stellte Richter fest, da alle Vereine einen Raum oder Unterkunft hätten.
In den nächsten Jahren werde es dazu bei den Vereinen eine Abfrage geben, ob Bedarf für ein Gemeinschaftshaus besteht.