Doch später am Tag, wenn die Spender erneut ihren Geldbeutel zücken, bemerken sie, dass die Frauen so selbstlos offenbar nicht gewesen sind. Sondern ihnen gleich noch einige Geldscheine aus dem Portemonnaie geklaut haben.
So erging es am vor kurzem auch Helga Batz. Die 74-jährige Heroldsbacherin war um kurz nach 12 Uhr aus der ihrer Bank gekommen, wo sie 150 Euro abgehoben hatte. Auf ihrem Weg zum Arzt sprachen sie in der Apothekenstraße zwei Frauen an. "Ich sah noch, wie die Frauen andere Leute nach Geld fragten. Ich weiß aber aber nicht, ob dieses gespendet haben", erinnert sich Helga Batz.

Umarmung mit bösen Folgen


Die 74-jährige holte ihre rote Geldbörse aus der Tasche und gab den Frauen drei Euro. Dabei müssen die zwei Frauen die Geldscheine von Helga Batz gesehen haben: "Meinen Geldbeutel hatte ich in der linken Hand." Mit der anderen Hand sollte sie auf einem Zettel ihre Spende quittieren. 19 andere Unterschriften will sie darauf erkannt haben. "Die Unterschriften sahen alle ähnlich aus. Vielleicht waren sie gefälscht."
Nachdem Helga Batz unterschrieben hatte, wurde sie von einer der Frauen umarmt. Den geöffneten Geldbeutel hielt die Rentnerin zu diesem Zeitpunkt noch immer in der Hand. Das muss der Moment gewesen sein, als die zweite Frau ihr die Geldscheine entwendete.
Dann hätten sich die zwei Frauen verabschiedet und sich dabei mehrmals bedankt. Als Helga Batz eine halbe Stunde später an einer Kasse Blumenstöcke bezahlen will, fiel sie beinahe aus allen Wolken - die Geldscheine fehlten. Die Forchheimer Polizei machte noch am selben Tag auf die Suche nach den beiden mutmaßlichen Trickbetrügerinnen. Jedoch ohne Erfolg.
In Bayreuth war es an jenem Tag zu einem ganz ähnlichen Fall gekommen. Alleine in Forchheim hat die Polizei heuer sieben Fälle betrügerischer Bettelei und einen Trickdiebstahl verzeichnet.
Zwei Mal war ein Polizist in der Zwischenzeit bei Helga Batz und hat ihr sechs Fotos von Verdächtigen gezeigt. Die beiden jungen Frauen konnte sie darauf nicht erkennen. Für die Polizei ist der Fall abgeschlossen, für Helga Batz nicht.


6 Tipps und Tricks gegen Betrüger


1. Die Trickdiebe/-betrüger sind grundsätzlich nie alleine unterwegs und gehen dementsprechend gemeinschaftlich auf den/die Geschädigten von mehreren Seiten zu. Zumeist wird den "Opfern" eine Notlage vorgetäuscht.

2. Die Betrüger gehen äußerst geschickt vor. Sie verwickeln ihre "Opfer" unter einem Vorwand in ein Gespräch und lenken sie ab. Gleichzeitig nutzen sie bei günstiger Gelegenheit ihre große Fingerfertigkeit um die Geschädigten zu bestehlen (Taschendiebstahl - arbeitsteiliges Vorgehen). Man sollte den potenziellen Betrügern/Dieben niemals zeigen, dass, wo und wie viel Bargeld mitgeführt wird.

3. Die Polizei rät deshalb: Behalten Sie Ihr Hab und gut immer im Auge und verstauen Sie grundsätzlich Bargeld und Wertsachen körpernah, so dass ein eventueller Zugriff erschwert bzw. unmöglich gemacht wird. Dies gilt insbesondere bei Aufenthalt in Menschenmengen.

4. Halten Sie grundsätzlich Distanz zu Fremden! Spenden für wirklich Notleidene sollten zudem möglichst nicht bei ominösen Straßensammlungen gegeben werden, sondern per Überweisung an renommierte Institutionen bezahlt werden.

5. Bei den Tätern handelte es sich meist um ausländische Staatsangehörige, die in Begleitung von Kleinkindern unterwegs waren, um ggfs. "Mitleid" für die Familiensituation zu erregen. Grundsätzlich können aber keine typischen Erkennungsmerkmale der potenziellen Täter festgestellt werden.

6. "Opfer" sollten umgehend über Notruf die Einsatzzentrale verständigen. Die Täter sind stets mobil unterwegs. Jeder zeitlicher Verzug mindert einen Fahndungserfolg. Eine möglichst gute Täterbeschreibung erhöht die polizeilichen Erfolgsaussichten.