Mehr als hundert Seiten stark ist das seniorenpolitische Gesamtkonzept, das der Seniorenbeirat der Stadt unter Vorsitz von Klaus Thormann erarbeitet hat. Vor dem Hintergrund, dass ein Drittel der Forchheimer über 55 Jahre alt sind, 27 Prozent sogar über 60, wird die Kommunalpolitik aufgefordert, diesen Teil der Bevölkerung verstärkt zu berücksichtigen. Gefordert wird für die Seniorenarbeit eine hauptamtliche Kraft, die sich der Belange von Senioren annimmt.

Lisa Hofmann (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf einen Vortrag von Loring Sittler, der anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Seniorenbeirates unterstrichen hatte, dass aus dem "alten Eisen" Edelstahl werden müsse. Wie das seniorenpolitische Konzept habe auch dieser Vortrag viel Vorschläge beinhaltet, wie die demografische Herausforderung zu meistern sei.


Vorbildliche Arbeit geleistet

Thomas Werner (CSU) bekräftigte: "Der Seniorenbeirat hat vorbildliche Arbeit geleistet." In der Haushaltsberatung müsse entschieden werden, ob die hauptamtliche Kraft, die sich künftig um die Belange der älteren Menschen kümmern soll, direkt bei der Stadt angestellt werden soll oder ob es andere Möglichkeiten gibt.

Keinesfalls dürfe das Konzept, das einen "riesigen Wert" darstelle, in der Schublade verschwinden, mahnte Annette Prechtel (Die Grünen). Es gelte , sich Gedanken zu machen, wie die Hauptamtlichkeit aussehen können und welche Personen sonst noch mit ins Boot geholt werden könnten. Solange dies nicht geklärt sei, bat sie Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD), dies zur Chefsache zu machen.

Mathilde Hartmann (CSU) betonte die Notwendigkeit einer Stelle, bei der in Sachen Seniorenarbeit die Fäden zusammenlaufen. Nur so könne verhindert werden, dass einiges nicht, anderes dafür mehrmals angeboten werde.

Kollege Udo Schönfelder (CSU) sprach von einem "sehr gelungenen Konzept". Wie bei einem mechanischen Uhrwerk müssten auch bei einer funktionierenden Seniorenarbeit die Zahnräder ineinandergreifen. Seniorenbeirat, Stadtverwaltung, ehrenamtlich engagierte Bürger und die Führung des Mehrgenerationenhauses in Forchheim-Nord müssten zusammenarbeiten. Dies gelte auch für den Landkreis Forchheim. Auch der müsse sich in die Seniorenarbeit einklinken.

Manfred Hümmer (FW) urteilte über die Arbeit des Seniorenbeirates: "Da wurde eine nicht hoch genug zu schätzende Arbeit zusammengestellt." Seniorenarbeit sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Da könne sich niemand zurückziehen und fordern, dass da etwas getan werden müsse. Es gehe um Generationen-Gerechtigkeit, die Belange der Forchheimer über 60 müssten berücksichtigt werden.


Die Jungen nicht vergessen

Darüber dürften die Kommunalpolitiker aber die Bedürfnisse der zur Minderheit gewordenen jüngeren Bevölkerung nicht vergessen. Ihnen falle die immense Aufgabe zu, die Renten der älteren sicherzustellen. "So wichtig das eine ist: Das heißt nicht, dass wir das andere lassen sollen", betonte Hümmer.

Seniorenbeauftragter Gerhard Käding (CSU) stellte noch einmal die Bedeutung des Gutachtens heraus. In Forchheim sei gelungen, woran der Landkreis bereits fünf Mal gescheitert sei. Gerade auf Landkreisebene gebe es hier enormen Handlungsbedarf. Er kenne nicht einmal den Ansprechpartner zum Thema Seniorenarbeit, erklärte Käding.

Dies habe sich bei der Befragung der Landkreisbürger gezeigt. Während in der Stadt über 50 Prozent der Fragebogen zurückgesandt worden seien, gab es aus dem Landkreis nur ein sporadisches Echo. Käding kritisierte auch, dass der Landkreis nicht Mitglied des landesweiten Seniorenbeirates sei. Einzelne Kommunen seien da in die Bresche gesprungen. "Das wäre aber nicht notwendig gewesen, wenn der Landkreis seiner Aufgabe nachgekommen wäre", klagte Käding.

Oberbürgermeister Uwe Kirschstein griff die Anregung auf und mahnte die Kreisräte, die Anregungen mit in die Sitzungen zu nehmen. Es gelte, dieses Feld zu beackern, so Kirschstein.