Auch behinderte Menschen können angegriffen, beleidigt, gemobbt, überfallen oder geschlagen werden. Da ist es gut, wenn sie lernen, wie sie sich wehren können oder wie sie Hilfe bekommen.

Aus diesem Grund fand im Wohnheim des ASB in Forchheim ein Selbstverteidigungstraining für behinderte Menschen statt. Der Weiße Ring e.V. in Forchheim, eine Organisation, die sich um Opfer von Kriminalität und Straftaten kümmert, hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen: "Der beste Schutz für Opfer ist die Prävention", versicherte Monika Vieth, die seit vielen Jahren für den Weißen Ring aktiv ist.

Helmut Gensler, Sonderschullehrer aus Coburg, leitete das Training. Er zeigte den Behinderten beispielsweise, dass sie sich auch dann noch gegen potentielle Angreifer verteidigen können, wenn sie im Rollstuhl sitzen.
Bei der Kissenschlacht feuerte Gensler die Trainingsteilnehmer an: "Probiert aus, wie viel ihr euch traut!", und die Behinderten waren mit viel Spaß dabei. Wer wegen seiner Behinderung nicht gut laufen kann, für den ist Weglaufen keine Option, wenn es zu einem Übergriff kommt, erklärte der Trainer. Da sei es besser, andere Menschen um Hilfe zu bitten.

Konflikte können immer auftreten

Zwar sind die Behinderten, die an diesem Training teilnehmen, im Heim des ASB geschützt untergebracht. Auch wenn sie in der Gruppe mit ihren Betreuern das Annafest besuchen, sind sie behütet unterwegs.

Doch sie dürfen auch alleine in die Stadt gehen. Bei diesen Gelegenheiten kann es durchaus zu gefährlichen Situationen und Konflikten für die Behinderten kommen. Denn sie sind für Menschen, die es darauf anlegen, schnell als Opfer zu identifizieren.

"Wir wollen unsere Bewohner nicht einsperren", erklärte Heimleiter Sebastian Beetz, diese sollen ganz normal am Leben in Forchheim teilnehmen, weil sie nun einmal dazu gehören.

Helmut Gensler zeigte ihnen, wie sich die Behinderten wieder befreien können, wenn sie jemand am Arm packt und festhält: "Es wäre gut, wenn sie regelmäßig trainieren könnten".

Dass Selbstverteidigung für Behinderte hilft, davon ist Monika Vieth vom Weißen Ring Forchheim fest überzeugt und wünscht sich, dass noch mehr Behinderte an einem solchen Training teilnehmen.