In Ebermannstadt sind die Tage von Kaplan Dieter G. Jung gezählt. Jung verlässt die Fränkische Schweiz und wechselt nach Bamberg. Er wird dort persönlicher Referent von Erzbischof Ludwig Schick. Zudem ist vorgesehen, dass Jung in Bamberg eine Doktorarbeit schreiben, im Pfarreienverbund Scheßlitz-Jura aushelfen und auch als Domvikar das Domkapitel unterstützen soll.

Jung hätte überhaupt nichts dagegen gehabt, noch länger in Ebermannstadt zu bleiben. Aber das Leben besteht nun einmal auch aus Abschieden und Neuanfängen, da machen Geistliche und Pfarrer keine Ausnahme.
Im September 2011 war Jung kurz nach seiner Priesterweihe in den Seelsorgebereich Feuerstein gekommen,. Dort musste gleich einen Pfarrer ersetzen. Das war eine große Herausforderung, die er nach der allgemeinen Überzeugung mit Bravour gemeistert hat.

In seiner ersten Zeit kümmerte sich Jung vor allen Dingen um die Bereiche Seelsorge und Gottesdienste. Jung betreute auch die Ministranten und Jugendlichen in den Pfarreien Pretzfeld und Unterleinleiter.
Er leitete die Vorbereitungen zur Erstkommunion unterrichtete Schüler im Fach Religion.

Gott und die Menschen

Jung ist 1976 in Ebensfeld geboren worden. Im Anschluss nach Abitur und Zivildienst studierte er Bauingenieurwesen an der FH in Coburg. Als Brückenbauingenieur bei einer europaweit agierenden Firma war er drei Jahre lang vor allem zuständig für Brückenprüfungen, um deren Verkehrssicherheit zu gewährleisten und für Sanierungsvorschläge.

In seiner Heimatpfarrei war Jung unter anderem Wallfahrtsführer, Kirchenrat und Sänger in der Schola. In dieser Zeit muss in ihm der Wunsch gewachsen sein, seine Gottesbeziehung zu vertiefen und auf andere Weise Brücken zu bauen.

Brücken zwischen den Menschen, Brücken zwischen Gott und den Menschen. So begann Jung 2003 sein Theologiestudium. Er war acht Monaten bei einem Studienaufenthalt in Jerusalem, der ihn sehr prägte. Damals wurde gerade die große Mauer gebaut. "Es ist schon eigenartig, wie Juden, Muslime und Christen, mit Schwierigkeiten untereinander, aber auch miteinander leben", erinnert sich Jung.

Mit seiner Lebensgeschichte hatte auch das Thema seiner Diplomarbeit zu tun: "Heiliges bauen, heiliges Bauen - Tempelarchitektur anhand ausgewählter alttestamentlicher Quellen". Bevor ihn Erzbischof Ludwig Schick am 25. Juni 2011 zum Priester weihte, lebte Jung über vier Monate in der Bamberger Partnerdiözese Thiès im Senegal und absolvierte dort ein Pastoralpraktikum.

Gelassenheit und Begeisterung

"Diese Zeit hat mich nachdenklich gemacht und mein Denken verändert", sagt Jung. Die große Gastfreundschaft habe ihn beeindruckt, die Begeisterung und die Gelassenheit der Senegalesen - aller Armut und den oft lebenswidrigen Umstände zum Trotz.

Um sich auf die Aufgaben als persönlicher Referent des Erzbischofs vorzubereiten war Jung im Dezember 2012 schon einmal für eine Woche in Bamberg. Ab dem wird er vollständig in die Domstadt wechseln.
Er wird dann Erzbischof Schick zuarbeiten, recherchieren und Hintergrundinformationen liefern für Grußworte und Buchbeiträge.

Seine Doktorarbeit zu den Chronikbüchern des Alten Testaments wird Jung bei Professor Thomas Hieke aus Mainz schreiben. In der Seelsorge und bei Gottesdiensten wird Jung im Pfarreienverbund Scheßlitz-Jura mithelfen und zudem als Domvikar in Bamberg Dienst tun.