Die Bürger mitnehmen ist von Anfang an das Ziel der Gemeinde Pinzberg bei den umfangreichen städtebaulichen Maßnahmen der Dorferneuerung in Gosberg. Hier steht zunächst die Restaurierung der Bahnhofstraße an. In überwältigender Zahl waren die Anlieger und weitere interessierte Bürger der Einladung der Kommune zu einer Besprechung vor Ort gefolgt.

Bürgermeister Reinhard Seeber begrüßte Stefan Seubert vom Planungsbüro Weyrauther, Bamberg als Experten für den Fahrbahnbereich. Für die gestalterischen Bereiche wie Beläge, Parkflächen, Grünflächen oder Gehwege standen Dieter Blase und Gabriele Laudenberger vom Planungsbüro Topos, Nürnberg, Rede und Antwort.

Die Bahnhofstraße weist eine Länge von 380 Meter auf mit einer Fahrbahnbreite von annähernd sieben Metern und zum Teil ausladenden Seitenstreifen. Die Planer finden geradezu ideale Platzverhältnisse vor. Dazu kommt die Beckengasse mit rund 150 Meter, die unterhalb des VG-Gebäudes einmündet.

Auf der Homepage der Gemeinde hatten die Bürger bereits im Vorfeld die Möglichkeit, die ersten Ideen einzusehen und auch schon Fragen an die Gemeinde loszuwerden. Die Anzahl und Lage von Parkplätzen oder das Pflanzen von zu vielen Bäumen, die die Sicht für die Ausfahrt aus den Anwesen behindern könnten, waren Bedenken.


Keine Tonnage-Beschränkung

Der Idee von Bürgern, nur Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen zuzulassen, erteilte Seeber eine Absage. "Dann müsstet ihr ja selbst eure Mülltonnen aus der Straße heraus befördern, da kein Müllauto hinfahren könnte", meint er. Anlieger sind genervt von schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen mit Anhängern, die auch zum Abstellen die Straße passieren. Für den Zugang zur Feldbewirtschaftung zeigen sie aber Verständnis.

Die große Gruppe ging, beginnend von der Einmündung am Verwaltungsgebäude, gemeinsam die gesamte Wegstrecke ab, hielt vor jedem Anwesen an, um spezifische Fragen der Anlieger anzuhören, zu besprechen und gegebenenfalls in die weitere Planung mit aufzunehmen.


285 Fahrzeuge pro Tag

Seeber hatte in seiner Begrüßung mitgeteilt, dass bei einer Zählung über zwölf Tage ein durchschnittlicher Verkehr von 285 Fahrzeugen pro Tag ermittelt wurde. Blase nannte eine Einfahrbreite von fünf Metern pro Anwesen. Für die Beckengasse sieht das Planungsbüro einen Pflasterbelag als attraktive Lösung vor. Rutschgefahr, Lärmbelästigung und Stabilitätsprobleme waren hier Befürchtungen von Bürgern. "Es muss halt ein vernünftiges Gesamtbild geben, ob mit oder ohne Pflaster", meinte Blase. Auf den Zuschuss habe die Lösung keinen Einfluss.
Auf dem weiteren Weg hatten die Anlieger viele Fragen. Die Verantwortlichen nahmen sich die Zeit zur ausführlichen Anhörung. Kritisch werden umfangreiche Parkplätze in der Nähe des Feuerwehrgerätehauses gesehen, die für die Anwohner erhebliche Lärmbelästigung bedeuten könnten.

Nicht zur Disposition steht der Bahnhofsplatz. Die Bahn verkauft das rund 2000 Quadratmeter große Areal nicht, es bleibt also bei der Erneuerungsmaßnahme außen vor. Momentan ist es vermietet, dient als Lagerplatz und wird durch massive Betonklötze abgeschirmt. Seeber will dennoch versuchen, zumindest eine langfristige Anmietung von rund zehn Parkplätzen dort zu erreichen und sie auf Gemeindekosten herzurichten. Abtreten will die Bahn dagegen einen Straßenabschnitt in der Bahnhofstraße vor den Gleisen und ein Grundstück auf der anderen Seite der Schienen, insgesamt 1000 Quadratmeter.

Eine wesentliche Kostenfrage bildet die Kanalisierung des Oberflächenwassers der Bahnhofstraße, sei es in den Mischwasserkanal oder in den Hirtenbach.


Bürgerversammlung folgt

Der Rundgang führte auch vor Augen, in welch verbesserungswürdigem Zustand sich die Straße und die Gehsteige befinden. Die Bereitschaft, sich an den Kosten zu beteiligen, ist in der Bürgerschaft offenbar gegeben. Mehr Klarheit freilich wird es vermutlich bei der für den 27. Oktober geplanten Bürgerversammlung in Gosberg geben. Dann sollen die Ergebnisse der Begehung noch in die Planung eingearbeitet sein und entsprechende Pläne auf dem Tisch liegen. Dazu endlich auch Kostenberechnungen, die den betroffenen Anliegern mehr Klarheit verschaffen.

Brauchbare Zahlen wurden bisher noch nicht genannt. Denn dies war eine der am häufigsten gestellten Fragen in einer angenehmen, offenen Gesprächsrunde.