In der jüngsten Sitzung des Kreis-Bauausschusses präsentierte Ingenieur Max Brust vom Ingenieurbüro Weyrauther, Bamberg, die Pläne für die Umgestaltung des Busbahnhofes am Schulzentrum Gräfenberg. Statt vier Parkbuchten für Busse sollen künftig neun Haltestellen angelegt werden. Der Anteil des Landkreises für die Umgestaltung liegt bei 317 000 Euro.

Die Maßnahme sei überfällig, räumte Abteilungsleiter Klaus Hummel, beim Landratsamt Forchheim zuständig für den öffentlichen Personennahverkehr, ein. "Täglich kommen bis zu 17 Linienbusse in kurzen Zeitabständen morgens hier an und fahren mittags hier ab", verdeutlichte Hummel den Handlungsbedarf.


Total gefährlich

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse hielten die Busfahrer nicht dort, wo das sinnvoll sei. "Vor allem bei den Heimfahrten im Winter laufen die Schüler teilweise ihren, auf einem freien Abfahrtsplatz wartenden Bussen über die Böschung am Heizkraftwerk und in der Einfahrt der Kasberger Straße entgegen und versuchen an ungesicherten Stellen einzusteigen. Dabei besteht die Gefahr, dass die Kinder im Schnee oder auf dem nassen Gras ausrutschen und unter einen Bus geraten", erläuterte Hummel. "Das ist von der Verkehrssicherheit her nicht in Ordnung", gestand Hummel. Durch den Umbau des Busbahnhofes könne die Situation entzerrt werden.

Kreisrat Edwin Dippacher (CSU) wollte wissen, seit wann die Situation bereits derart prekär sei. Und Parteikollege Rainer Schmeußer fragte nach, warum nicht schon längst zumindest eine provisorische Sicherung in Angriff genommen worden sei.

Klaus Hummel bedauerte, dass die Harmonisierung der Bus-Abfahrtszeiten die Sicherheitsprobleme mit sich gebracht habe. Früher mussten die 900 Kinder, die dort aus und einsteigen, bis zu einer halben Stunde warten.
Eine Diskussion gab es zwischen Edwin Dippacher und Klaus Hummel hinsichtlich der Barrierefreiheit und der Höhe der zu errichtenden Bordsteine. Während Dippacher für möglichst niedrige Bordsteine kämpfte, hielt Hummel an den 21 Zentimeter hohen Bordsteinen fest. Das sei die Höhe, auf die alle Busse angesenkt werden könnten. Alle Haltestellen sollten einheitlich so umgerüstet werden. Zufrieden gab sich Dippacher, als Hummel auf Nachfrage von Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen) versicherte, dass die Planung mit der Behindertenbeauftragten des Landkreises abgestimmt sei.


Ausbau unstrittig

Der Ausbau des Busbahnhofes war unstrittig. Der Gräfenberger Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) bestätigte, dass die Situation für die Kinder "alles andere als sicher" sei. "Die geplante Investition muss uns die Sicherheit der Kinder schon wert sein", so Nekolla.

Sein Amtsvorgänger Werner Wolf (FW) regte an, für die Kinder auch Unterstellmöglichkeiten zu schaffen. Das Ziel: Ein großes Wartehäuschen im Innenhof, das auch für schulische Zwecke genutzt werden kann. Dies sei mit der Schulleitung und der Regierung von Oberfranken so abgesprochen, versicherte Klaus Hummel. Die Regierung habe dafür auch Fördermittel zugesagt.


Wertstoffhof soll weg

Die Tatsache, dass der Wertstoffhof in den Busbahnhof integriert ist, stieß bei der Präsentation der Pläne bei der Regierung von Oberfranken auf wenig Gegenliebe. "Der Wertstoffhof soll weg. Die Regierung wünscht sich das", unterstrich Klaus Hummel. Hans-Jürgen Nekolla räumte ein, dass der Wertstoffhof dem Erscheinungsbild des Busbahnhofes nicht zuträglich sei. "Ich werde alles tun, die Einrichtung anderweitig ordentlich unterzubringen", versprach Nekolla. Er warb aber um Verständnis, dass er erst seit ein paar Wochen Kenntnis von den Wünschen der Regierung habe. Klaus Hummel ergänzte, dass sich auch die Vertreter der Schule eine Verlegung des Wertstoffhofes wünschten.


Wer kontrolliert?

Daran führt offenbar kein Weg vorbei. Bei einer Beibehaltung des Wertstoffhofes stelle sich nämlich auch die Frage: "Wer rügt die Autofahrer, wenn sie sich auf Busparkplätze stellen", fragte Kreisrat Edwin Dippacher. Die Polizei komme da nicht. Dies sahen die Beteiligten mit Humor: "Der Landrat unterschreibt die Knöllchen und der Bürgermeister heftet sie hin" , erklärte Hermann Ulm.