Das Motiv des Annafest-Kruges 2013, den der Forchheimer Maler und Grafiker Harald Hubl heuer im Siebdruckverfahren gestaltet hat, ist eigentlich eine Kombination aus zwei Motiven, verrät der Künstler bei der Präsentation des siebten Annafest-Kruges in der Sparkasse. Im freien Verkauf gibt es davon nur 200 Stück, weshalb die Krüge mittlerweile als Sammlerstücke heiß begehrt sind. Zu haben sind die bunten Seidla in der Kaiserpfalz und der Tourist-Info der Stadt.

Da die Sparkasse die Herstellungskosten zur Gänze übernommen hat, kommt der Erlös - ein Krug kostet 15 Euro - dem Förderverein Kaiserpfalz in vollem Umfang zugute, informiert Thomas Pötsch von der Sparkasse. Mitglieder des Fördervereins erhalten den Krug vergünstigt für zehn Euro.

Hubl, Leiter der Studienwerkstätte für Radierung und Tiefdruck an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, lebt seit 40 Jahren in Forchheim in unmittelbarer Nähe des Kellerwaldes, den er niemals ohne seinen Skizzenblock aufsucht. Zum Beweis hat er einen dieser Blöcke mit Aufzeichnungen in schwarz-weiß mitgebracht. "Das Kinderkarussell, das es leider nicht mehr gibt, das Riesenrad, eine Musikkapelle, all das halte ich hier fest", erzählt der fast 64-Jährige.

Künstlerische Freiheit

Er verrät: "Die Menschen in der Trachtenkleidung, sind Mitglieder der Forchheimer Schützenvereine. Ich habe sie festgehalten bei der Eröffnung eines Annafestes auf dem Schützenkeller", erinnert sich Hubl. Dann hat er exakt diese Menschen vor das Szenario des Riesenrades gesetzt. "Künstlerische Freiheit" nennt das Hubl, der sich bei der Betrachtung der Skizzen sofort erinnern kann, was damals los war, als das Bild entstanden ist.
Hubl liebt die ungewöhnlichen Blickwinkel, die besonderen Perspektiven. "Vielleicht wäre dies ein Motiv für einen weiteren Krug", meint Hubl und zeigt eine Darstellung von Musikanten, die der Betrachter nur zwischen dem Holzgeländer eines Kellers erblickt.

"Die Situationen, die ich beobachte, sind immer anders", sagt Harald Hubl. Deshalb gibt es für ihn auch nach so vielen Jahren immer noch neue Ansichten.

Malstil hat sich verändert

"Ich muss nur die Entscheidung treffen, welche Kulisse will ich, welchen Ausschnitt möchte ich festhalten", erklärt der Maler. Dabei verändere sich im Laufe der Jahre nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch der Malstil. Zum Beweis zeigt er Skizzen aus der Zeit Mitte der 90er Jahre. Sie unterscheiden sich deutlich von den aktuellen Zeichnungen, die flächiger, linienhafter daherkommen.

Hubl lässt sich bei seinen Entwürfen inspirieren vom Flair des Annafestes, das er am liebsten aus einer gewissen Distanz betrachtet. "Ich bin lieber am Rande als mittendrin. Ich gehe nicht in den Kellerwald, mit dem Vorsatz, ein Motiv für den nächsten Annafest-Krug oder das nächste Annafest-Plakat zu entwerfen. Der Weg ist umgekehrt. Ich zeichne und überlege dann, ob sich von den Skizzen etwas für diese Zwecke eignet", erläutert der Wahl-Forchheimer.