Uwe Kirschstein (SPD) war der erste aus dem Kandidaten-Quartett, der den Rathaussaal betrat. Er kam noch vor 18 Uhr. Auf der Leinwand leuchtete 15 Minuten später die erste Schnell-Meldung auf. Sie kam aus der Adalbert-Stifter-Schule und zeigte Kirschstein auf dem letzten Platz.

Doch als noch 25 der 38 Wahllokale ausgezählt werden mussten, gab sich der SPD-Mann schon sehr zuversichtlich: "Läuft doch gut." Und als nur noch neun Wahllokale fehlten, war Kirschstein der Einzug in die Stichwahl schon nicht mehr zu nehmen: Mit 27,6 Prozent lag der SPD-Bewerber zu diesem Zeitpunkt nur 6,6 Prozent hinter Schürr und fünf Prozent vor Manfred Hümmer (FW). Das Endergebnis sah dann nicht wesentlich anders aus.

Der erleichtert lachende Ulrich Schürr freute sich, "die erste Hürde genommen" zu haben. Zwar habe er den Ausgang "noch enger erwartet", sagte Schürr; betonte aber auch, dass er die beiden jüngsten Kandidaten, also Kirschstein und sich selbst, als Stichwahl-Gegner vorausgesagt habe. Auch das gute Abschneiden von Klaus Backer überrasche ihn nicht, sagte der CSU/JB-Kandidat; ihn habe er bei "mindestens zwölf Prozent erwartet".

Uwe Kirschstein sprach ebenfalls von einem Wahl-Ausgang, den er "knapper erwartet" habe. Dass der CSU/JB-Kandidat mit dem stärkeren Ergebnis in die Stichwahl gehen würde, sei nicht überraschend ("Das Wählerpotenzial für Schürr ist einfach da"), sagte Kirschstein; sein eigener Vorsprung vor Hümmer dagegen sehr.


Backer beeindruckt OB Stumpf

Der noch bis Ende März amtierende Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) sagte: "Ich hatte keine Erwartungen an das Ergebnis. Dass Ulrich Schürr vorne liegt, das freut mich." Überrascht sei er über das "sehr gute Ergebnis", das Kirschstein gelungen sei. Die 28 Prozent des SPD-Kandidaten erklärt sich Stumpf damit, dass Kirschsteins Erfolg von der Stichwahl 2014 den Wählern noch in Erinnerung sei.

Eine "satte Leistung" nannte Franz Stumpf das Abschneiden von Klaus Backer. "Als Einzelkämpfer mit nur drei Monaten Wahlkampf aus dem Stand dieses Ergebnis - das ist stark", kommentierte Franz Stumpf das Abschneiden des freien OB-Kandidaten. Über den Ausgang der Stichwahl wollte Stumpf am Wahlabend nicht spekulieren: "Da sag ich nix dazu."

Zurückhaltung war gestern Abend angesagt, als es um Wahlempfehlung für die Stichwahl ging. "Schon vor Wochen haben wir bei der Ortsversammlung geklärt, dass sich die FDP für keinen anderen Kandidaten ausspricht. Ich sehe da keinen Bedarf für eine Korrektur", sagte Sebastian Körber (FDP). "Die FGL berät sich erst", erklärte der Grüne Stadtrat Gerhard Meixner. Und auch Klaus Backer betonte, er werde "zwei Tage drüber schlafen", bevor er sich zum Thema Wahlempfehlung äußere.

Lediglich Lisa Badum, die Sprecherin des Grünen Kreisverbands, bezog schon mal Stellung: "Ich unterstütze Kirschstein, weil ich einen Wandel für Forchheim möchte. Die sechs Prozent Unterschied zwischen Kirschstein und Schürr können durch eine geschickte Kampagne überwunden werden."