In der letzten Folge unserer Serie "Literarischer Spaziergang: Auf den Spuren von Joseph Victor von Scheffel in der Fränkische Schweiz" geht es um die 18. Tafel. Sie ist an zwei Standorten zu finden: einmal in Ebermannstadt am Oberen Tor 1, links vom Eingang zum Landratsamt, und ein zweites Mal in Kirchehrenbach, am Wanderweg zum Walberla, nach dem Infopavillon.
Der Vers darauf lautet:

Und schaut der Zeh
zum Schuh heraus
Und blüht der Lenz zu Ende,
So schleicht der Mensch
bestäubt nach Haus
Durchs grüne Maingelände.
Doch ob von langer Wanderschaft
Die Saiten all zersprungen:
Im nächsten Jahr,
schenkt Gott die Kraft,
Wird wieder frisch gesungen!

Zum Schluss seiner Domchorknaben-Sängerfahrt durch die Fränkische Schweiz, als er schon das Gebiet des Mains betreten hatte, nährt Scheffel im Text die Hoffnung auf eine Wiederkehr in der Fränkischen Schweiz. Und tatsächlich: Scheffel war später noch mehrmals hier.

Berühmt geworden ist seine Einschätzung, die er seinem Malerfreund und Illustrator Anton von Werner im Juli 1883 schrieb: "Willst du einmal andere Menschen, andere Landschaft, kühle Bergluft, groteske Felsen um dich haben, so empfehle ich dir Streitberg in der Fränkischen Schweiz, wo ich im Kurhaus bei Dr. Weber wohnte." Im Gasthaus Distler in Gößweinstein nahm er zweimal Quartier und dort im Gästebuch findet sich sein ebenfalls berühmt gewordener Eintrag: "Victor v. Scheffel, Belletriste, Carlsruhe, Gößweinstein, 4. Septbr. 1883". Unter diesem Eintrag liest man eine selbstironische Einschätzung: "Belletriste? siehste wie Du biste. Belle warste, triste biste, siehste, wie de biste, Belletriste?"

Drei Jahre nach diesem Besuch in der Fränkischen Schweiz am 9. April 1886 starb Joseph Victor von Scheffel in Karlsruhe, seinem Geburtsort. Ihm wurde 1933 in Gößweinstein vom Fränkische-Schweiz-Verein ein Denkmal gewidmet. Die Erinnerung an Scheffel ist in der Fränkischen Schweiz noch heute sehr lebendig. Vielerorts gibt es Scheffel-Straßen. In Gößweinstein steht seit 1933 gegenüber vom Gasthof Distler, dem jetzigen "Scheffel-Gasthof", ein Scheffel-Denkmal, das unter Leitung von Justizrat Brunner in Zusammenarbeit mit dem Fränkische-Schweiz-Verein (FSV) - insbesondere auch mit dem damaligen FSV-Schriftleiter August Sieghardt - nach einer großen Spendenaktion aufgestellt und eingeweiht werden konnte.

Erste Scheffel-Tafeln standen schon 1924. Die Standorte wurden nach und nach erweitert. 1989 wurde alle Tafeln erneuert. 2006, zum 180. Geburtstag, gab es die nächste Tafel-Inventur und 2016 die nächste. 1929 wurde im Gasthaus Distler eine "Scheffelstube" mit 80 Exponaten des Schriftstellers eingerichtet. Seither nennt sich das Gasthaus "Scheffel-Gasthaus".