Um das Landesentwicklungsprogramm (LEP) und um eine 130 Jahre alte Forderung ging es vor allem in der Sitzung des Marktgemeinderats Eggolsheim. Es stand auch eine Ortsbesichtigung in der Grund- und Mittelschule an, deren Generalsanierung in den nächsten Wochen abgeschlossen sein dürfte.
Bis Weihnachten wird man, so hoffen die beteiligten Architekten und Planer, Claus Trübenbach vom gleichnamigen Architekturbüro und Timo Mischkulnig vom Ingenieurbüro Hölzlein, in geheizten und beleuchteten Räumen den nächsten Augenschein vornehmen zu können - und nicht mehr über schwankende Bretter balancieren müssen, immer in Gefahr, in ein Wasserloch zu fallen.


Dem Nachbarn Buttenheim ist der Status Kleinzentrum zu wenig


Nicht ganz unumstritten ist, was der Nachbarbürgermeister Johann Kalb (CSU/WG) aus Buttenheim anregte, als es um das LEP und dessen Auswirkungen auf die Region ging. Denn für Buttenheim sieht das Programm, gemeinsam mit der Gemeinde Altendorf, die Einstufung als "Gemeinsames Kleinzentrum" vor, und das ist Kalb zu wenig. "Zusammen mit den Gemeinden Eggolsheim und Hallerndorf bilden wir bereits jetzt eine starke, landkreis-übergreifende Allianz als Eggolsheimer Gruppe", schrieb Kalb an seine Bürgermeisterkollegen. Kalb fordert die Bürgermeister von Altendorf, Eggolsheim und Hallendorf auf, "für die Zukunft ein Zeichen zu setzen" und gemeinsam eine Aufwertung zum Mittelzentrum zu betreiben.

In einem Schreiben des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-West hatte der Bamberger Landrat und Verbandsvorsitzende Günther Denzler (CSU) Kritik an den Festlegungen des Verbandes geübt: Die bestehende Einstufung in Klein- , Mittel- und Oberzentren sei so nicht nachvollziehbar und zu wenig konkret.
"Landrat Denzler sieht das, was uns da bevorsteht, als Verschlechterung", kommentierte Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) die ihm vorliegenden Dokumente, stieß aber auf höchst unterschiedliche Reaktionen aus dem Gemeinderat. Wolfgang Tuffner (WG NBE): "Ein bisschen Selbstbewusstsein steht der Region schon zu!" Skeptischer gab sich Peter Eismann (CSU): "Aus lauter Eitelkeit brauchen wir den Antrag auch nicht zu stellen!" Die Kuh vom Eis führte schließlich Eismann, der eine grundsätzliche Befürwortung der Kalbschen Initiative vorschlug, aber auch anregte, dass sich die beteiligten Bürgermeister zusammensetzen sollten.


Alte Kirchenrechnung aus Drosendorf


Auf alte Kirchenrechnungen aus dem Jahr 1884 bezog sich die Pfarrei "Maria Heimsuchung" im Gemeindeteil Drosendorf, die sich darauf berief, dass die Kirchenstiftung Drosendorf damals fast die Hälfte der Kosten des Schulhausbaus, 8615 Mark, bezahlt habe. Nachdem das Drosendorfer Schulhaus kürzlich verkauft worden sei, ließen die Drosendorfer anfragen, ob ein Teil des eingenommenen Geldes nicht wieder der Kirchenstiftung zufließen solle.
"Im Eingemeindungsvertrag steht dazu nichts", reagierte Bürgermeister Schwarzmann, der auch zu bedenken gab, dass im Laufe der Jahre auch einiges Geld in die umgekehrte Richtung geflossen sei. Außerdem befürchtete er, damit eine Lawine in Gang zu setzen. Und Geschäftsleiter Franz Lehnert rechnete vor, dass der Wert von 1884 nach heutigen Maßstäben einem Betrag von etwa 400 Euro entspreche. Schwarzmann: "Eine Investition von 1884 ist längst abgeschrieben." Eine Auszahlung des Betrags an die Kirchenstiftung wurde daher einstimmig abgelehnt.