Gosberg Das künftige Abwasserkonzept der VG Gosberg beschäftigte die Gemeinschaftsversammlung der VG Gosberg im Besonderen. VG-Vorsitzender Bürgermeister Reinhard Seeber (CSU) begrüßte zu diesem Anlass auch Max Brust und Steffen Karl vom Ingenieurbüro Weyrauther aus Bamberg.
Insgesamt gilt es, die zehn Regenüberlaufbecken (RÜB) in allen Orten der Verwaltungsgemeinschaft und in Gaiganz technisch auf den aktuellen Stand zu bringen.


Schmutz-und Regenwasser

Die Bauwerke sind 20 bis 30 Jahre alt und erfüllen nicht mehr die aktuellen technischen Vorgaben. Die Abwasseranlagen sind im Mischsystem ausgelegt und fassen Schmutzwasser und Regenwasser. Bei Starkregen erfolgt Mischwasserentlastung durch Einleitung in Gewässer. Dafür ist für die zehn Bauwerke eine Genehmigung des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) erforderlich. Die jetzige ist bereits ausgelaufen und muss alle ein bis zwei Jahre als Übergangsbescheid verlängert werden. Aktuell gilt die Einleitungserlaubnis bis 2017. Seeber betonte, dass jetzt nur eine Gesamtlösung in Frage komme. Das Landratsamt habe dazu aufgefordert.

Die zu ergreifenden Maßnahmen sind von WWA und LRA vorgegeben und nicht diskussionsfähig, wie Steffen Karl erklärte. Die zu ergreifenden Maßnahmen umfassen unter anderen das Nachrüsten von Tauchwänden, Abflussregler und diverse bauliche Maßnahmen. Das Gesamtsystem muss aufeinander abgestimmt sein. Je ein neues RÜB ist in Gosberg und in Elsenberg zu bauen. Besonders kritisch ist die Situation m Sammelbecken bei Gosberg im Wasserschutzgebiet. Hier läuft das gesamte Abwasser zusammen. Im maroden Becken haben sich die Wände nach innen verschoben.

Damit besteht er Verdacht, dass hier bei Starkregen Schmutzwasser austritt und in das Grundwasser gelangt. Von diesem Becken erfolgt auch zentral die Schmutzwasserableitung zur Kläranlage Forchheim. Die Landesgewerbeanstalt macht Untersuchungen des Bauwerkes und Vorschläge zur Behebung der Mängel.


Schritt für Schritt

Eine erste Grobschätzung nennt eine Projektgrößenordnung für das gesamte VG-Gebiet von stattlichen 900 000 Euro.

Die Komplexität, so Max Brust in seinen Ausführungen, mache eine Vorgehensweise Schritt für Schritt unter Einbeziehung von WWA und Landratsamt sinnvoll. Thorsten Glauber (FW) regte einen Zwischenvertrag mit Weyrauther an, den es zu gegebener m Zeit zu nivellieren gelte. Max Brust will innerhalb eines Monats einen Vorschlag über die nächsten Schritte unterbreiten. Erst dann soll das Projekt konkretisiert werden mit einer Beauftragung an das Planungsbüro. Insgesamt ist ein Zeitrahmen von zehn Jahren im Gespräch.
Zur Sprache kam auch die Erarbeitung eines Hochwasserkonzepts für die VG Gosberg. Seeber betonte, daran müssten alle Gemeinden ein Interesse haben. Das Wasser fließt letztlich in Gosberg zusammen, womit der Ort der Leidtragende ist.

Es soll digitales Kartenwerk vom Vermessungsamt im Wert von 4200 Euro bestellt werden, das den Einzugsbereich aufzeigt. Damit wird in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro der Bedarf an Maßnahmen zur Bewältigung des Hochwassers errechnet werden und letztlich auch die damit verbundenen Kosten.