"Super: Forchheim hat jetzt einen Stadtstrand! - Weniger super: Der geht auch nicht mehr weg!" Postkarten mit diesem provokanten Slogan und einer Abbildung des Rathauses mit Strand und Palmen davor sollen auf den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Allgemeinen und auf innerstädtische Wärmeinseln im Besonderen aufmerksam machen. Die Öffentlichkeitsarbeit ist eines der zwei erklärten Ziele des neu gegründeten Vereins Energie- und Klima-Allianz Forchheim e.V. Barbara Cunningham, die frisch gewählte Erste Vorsitzende, erläuterte in ihrer Ansprache auch das zweite Ziel: Der Verein soll als Vernetzungsplattform dienen für alle Akteure, die für den Klimaschutz aktiv sind. Außerdem ermögliche die juristische Form des gemeinnützigen Vereins es, dass Spendenquittungen ausgestellt werden können.

Ein Highlight des vergangenen Jahres war die Verleihung des Klimapreises. Dieses Jahr veranstaltet der Verein den Kunstwettbewerb "Energiewandel - Klimawende" unter Schülern des Landkreises Forchheim, der am 17. Juli verliehen wird. Vorträge mit dem Thema Klimaschutz sind in Planung.

Anlässlich der Vereinsgründung trug Professor Thomas Foken ebenfalls zum Klimawandel vor. Er rief in Erinnerung, dass auf der Weltklimakonferenz 2014 in Kopenhagen festgelegt wurde, dass ein Anstieg der durchschnittlichen Temperatur um mehr als 2 Grad Celsius zu verhindern sei. Die Erwärmung des Klimasystems sei eindeutig und es sei äußerst wahrscheinlich, dass der menschliche Einfluss die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts sei. Die bereits heute eingetretenen Klimaänderungen hätten weitverbreitete Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Foken forderte eine Umstellung auf erneuerbare Energien, ein Überdenken der politischen Haltung zur Windenergie. Für Stadtbewohner empfahl er Wärmedämmung und den Bau von Niedrigenergiehäusern, Installation von Solarzellen auf Dächern und die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung.

Für den privaten Haushalt zeigte er die größten CO2- Emissionen auf: 54 Prozent der Emissionen entstünden beim Heizen, 31 Prozent bei der Nutzung eines Pkw. Ein Umstieg auf elektrisch betriebene Fahrzeuge sei dringend notwendig. Dies gelte auch für Fahrzeuge der öffentlichen Hand. Außerdem plädierte er für ein verbessertes Angebot des öffentlichen Nahverkehrs.

Dominik Bigge, der Klimaschutzmanager im Landratsamt Forchheim, bestätigte: "Die Ausschreibung- und Beschaffungskriterien des Landkreises Forchheim werden dieses Jahr überarbeitet hinsichtlich einer stärkeren Bewertung der Klimaschutzkomponente." Beispielsweise beziehe der Landkreis bereits zu 100 Prozent Grünstrom, bei der Papierbeschaffung achte man auf kurze Wege, erklärte Bigge. Letztendlich gebe die Kreispolitik die Ziele des Klimaschutzkonzeptes vor und der Lenkungskreis sei Weisungsgeber. Der Verein Energie- und Klima-Allianz Forchheim e.V. sei ein wichtiger Akteur, unterstrich Bigge.


Ein "enkeltauglicher" Landkreis

Die beiden Initiatoren Barbara Cunningham und Emmerich Huber wollen im Landkreis gemeinsam mit einer möglichst breiten Palette von Mitstreitern die Lebensgrundlagen zu sichern und den Landkreis zukunftsfähig und enkeltauglich zu machen. Auf den Begriff "enkeltauglich" ist die Erste Vorsitzende besonders stolz, da er den Nachhaltigkeitsgedanken anschaulich wiedergibt.

Neben Cunningham wurde Christof Wurmthaler Zweiter Vorsitzender, Emmerich Huber Schatzmeister, Martin Leipert Schriftführer. Als Beisitzer wurden Anita Kern, Lisa Badum, Rochus Grün und Manfred Hümmer gewählt. Revisoren sind Udo Schönfelder und Wilma Zimmermann.

Die Initiative "Energie- und Klima-Allianz Forchheim" entstand 2011 aus den Beteiligten einer Mahnwache, die an die Umweltkatastrophe von Fukushima erinnerte.