Einmal mehr stand das Thema Verkehrsüberwachung in Herzogwind auf der Tagesordnung des Gemeinderates Obertrubach. Auslöser war das Schreiben von Thomas Laitsch im Namen der Bürger. Sie monieren zu hohe Geschwindigkeit, Gefährdung der Fußgänger, zumal es keinen Gehweg gibt.

Diverse Maßnahmen wurden vorgeschlagen: Von einer weiteren Geschwindigkeitsmessanlage, Versetzung der Ortstafel, eine Ausweitung der 30er Zone oder Warnschilder, dass Kinder unterwegs sind. Mittlerweile gab es einen Ortstermin mit der Polizeiinspektion Ebermannstadt. Dabei stellte sich heraus, dass Veränderungen und künstliche Hindernisse im Straßenverkehr oft einen langen bürokratischen Aufwand bedeuten. Optische Bremsen wie Querstreifen auf der Straße würden nur bei hoher Geschwindigkeit geringfügig und vorübergehend wirken. Akustische Bremsen - zum Beispiel Veränderungen an der Fahrbahn durch Lärmschwellen - wirken ebenfalls nur geringfügig. Zudem bedeuten sie eine zusätzliche Lärmbelästigung für Anwohner.

Nach der Diskussion einigte sich der Rat, die Ortsschilder um 50 bis 70 Meter nach außen zu setzen. Durch das frühere Bremsen erhoffe man sich eine angepasste Geschwindigkeit. Zusätzlich soll ein Messgerät geliehen werden, das nicht nur das Tempo anzeigt, sondern auch eine Auswertung ermöglicht.


Straße sanieren

Zahlreiche Zuhörer waren anwesend aus den Bereichen Leinberg und Hundsdorfer Weg in Obertrubach. Sie monierten in einer Unterschriftenaktion, dass mit dem Abbau des Lagerplatzes für den Breitbandausbau die Anliegerstraße zweimal stark belastet werde. Dadurch entstünden Schäden wie Risse oder eingedrückte Stellen im Teer. Sie forderten eine umgehende Reparatur ohne Belastung der Anwohner. Bürgermeister Markus Grüner (CSU) stellte zunächst klar, dass es sich hier nicht um eine Anliegerstraße, sondern eine öffentliche Gemeindestraße handle. Wenn eine Firma als Benutzer diese beschädige, müsse sie dafür gerade stehen. Übliche Ausbesserungen seien Gemeindeangelegenheit, die die Anlieger nicht belasten. Anders sieht es bei einer Komplettsanierung aus, für die die Straßenbausatzung greift. Das sei beim Hundsdorfer Weg der Fall, der im Rahmen der Städtebauförderung nach rund 50 Jahren saniert wird.

Sichtlich überrascht zeigte sich Grüner vom spontanen Antrag von Gemeinderat Roland Wölfel (BWGO), der die Aufstufung der Leinbergstraße zur Hauptverkehrsstraße beantragte. Es sei eine Durchgangsstraße zum Kindergarten und zum Sportplatz. Außerdem gebe es einen gewissen Lkw-Verkehr. Grüner erwiderte, diese Aufstufung wäre eine rein willkürliche Maßnahmen. Ähnliche Erfahrungen gebe es in der Gemeinde nicht. Schließlich gebe es andere Parallelstraßen, die man im gleichen Gebiet auch so sehen könnte. In Ruhe kompetent den Sachverhalt klären, das war Grüners Vorschlag. Geschäftsführer Ulrich Meierhöfer empfahl, das Thema bis zur nächsten Sitzung konkret zu definieren, da es nicht für einen Beschluss auf der Tagesordnung stand.

Theo Eichler (Aktive Bürgerliste) warnte vor Eile und Präzedenzfällen, die man damit unter Umständen schaffe. Der Bürgermeister stellte den Antrag zur Abstimmung. Mit 7:6 Stimmen setzte sich die Fraktion um Roland Wölfel durch. Jetzt ist das Landratsamt gefragt. Der Bürgermeister regte an, sich der Initiative des Marktes Wiesenttal anzuschließen. Sie treten ein für die Aufnahme der Umgehungsstraße Forchheim-Ost in den Bundesverkehrswegeplan. Grüner betonte, diese Verbindung sei für das Oberland der Fränkischen Schweiz und die Pendler von Bedeutung. Erst das Problem Forchheim-Ost klären, dann das nächste Thema wie Ebermannstadt angehen, das war seine Empfehlung. Erich Fiedler (Bürger Union) möchte nicht weitere 30 Jahre warten. In die Planung aufnehmen ja, wie die Straße realisiert wird, sei ein separates Thema. Ähnlich sahen es zahlreiche andere Räte.

Stefan Lang (CSU) unterstrich, nach Erlangen sei es ein weiter Weg, wenn man ihn täglich fahren muss. Roland Wölfel sieht hier eine verschärfte Situation für Ebermannstadt und eine Gefahr für Schüler. Das Projekt habe nur mit einer Lösung für Ebermannstadt Sinn.