Trotz Generalsanierung: "Die Schule wirkt wie ein großer, grauer Klotz. Das Gebäude sieht von außen traurig aus. Es fehlt Farbe", monierte eine Neuntklässlerin der Realschule Forchheim, die bei der jüngsten Sitzung des Kreis-Bau- und Verkehrssausschusses auf Vorschlag von Sebastian Körber (FDP) und Lisa Badum (Die Grünen) Rederecht eingeräumt bekam.

Zuvor hatte Landschaftsarchitekt Michael Hübner vom Ingenieurbüro Baurconsult aus Würzburg Maßnahmen vorgestellt, wie die Außenanlagen der Schule attraktiver gestaltet werden könnten. "Mit wenig Geld viel erreichen" nannte Stefan Götz vom Landratsamt das Ziel der Sanierungsmaßnahmen, das von den Mitglieder gegen die Stimme von Lisa Badum (Die Grünen) gebilligt wurde.

Vorgesehen ist, dem Hauptzugang durch eine Treff und Kommunikationsinsel Aufenthaltsqualität zu verleihen. Die Mülltonnen, die den Besucher derzeit "wie ein Begrüßungskomittee empfangen", sollen verschwinden und eingehaust werden.


Platz für 100 Fahrräder

Im nördlichen Bereich, wo ein Heizturm abgebrochen wurde, müssen die Freianlagen, die arg in Mitleidenschaft gezogenen worden waren, instand gesetzt werden. Ebenfalls im nördlichen Bereich der Schule, zwischen der Turnhalle und der Schule sollen hundert Fahrradstellplätze errichtet werden. Davor sind acht Lehrer-Parkplätze geplant.

Für die Unterrichtsräume im Untergeschoss, die das Tageslicht nur durch "Lichtgruben" erhalten, soll die Aussicht verbessert werden. Statt auf triste Mauern sollen die Schüler künftig auf begrünte Flächen schauen. Außerdem sollen Absturzsicherungen angebracht werden. Zu Bruch gegangene Pflastersteine müssen ersetzt und die Rasenfläche erneuert werden. Das Ziel ist eine Liege- und Lesewiese mit Sitzbänken. "Eine attraktive Rasenfläche für Spiel, Ruhe und Erholung", fand Planer Michael Hübner.


Wasser schluckendes Pflaster

Der Rasenstreifen, der den Anbau umgibt, soll durch ein Pflaster ersetzt werden. Der Grund: Von dem Kies-Streifen zwischen Rasen und Gebäude ist kaum noch etwas übrig, denn die meisten Steine seien im vorbei fließenden Bach gelandet. "Die Optik ist nicht so, wie sie sein soll", fand Hübner, der die entstandene Stolper-Kante beseitigen will. Das drainagefähige Pflaster könne bis zu 260 Liter Wasser pro Sekunde in den Untergrund ableiten.
Auf die Frage von Reinhold Otzelberger (SPD) nach der Höhe der Fördermittel für die Umgestaltung antworte Stefanie Plötz vom Projektsteuerungsunternehmen Hartl aus Eggenfelden: "Nix bis wenig!" Lediglich für die direkte Erschließung des Gebäudes gebe es ein paar Euro.


Geringer Pflege-Aufwand

Bei den Umgestaltungsmaßnahmen seien die Brandschutzrichtlinien eingehalten und die Feuerwehr Zufahrt gesichert, bestätigte der Ingenieur. Die Pflegemaßnahmen für die Außenanlagen hielten sich in Grenzen. Zum Standort der Fahrradständer am "äußersten Ende der Schule", wie Kreisrat Edwin Dippacher (CSU) kritisiert hatte, gebe es kein Alternative, bedauerte Hübner. Alternativstandorte seien zwar diskutiert, aber wieder verworfen worden, weil das Konfliktpotenzial überall größer gewesen wäre.


Kein Schulgarten

Auf einen Schulgarten habe er verzichtet, erklärte Ingenieur Hübner. Derartige Projekte seien zu kurzlebig. Fehle der "Motor", verfalle ein Schulgarten. Dafür gebe es jede Menge Beispiele. Als einzige Kreisrätin konnte sich Lisa Badum (Die Grünen) nicht mit der Umgestaltung anfreunden. "Unambitioniert" nannte sie die Planung, es fehle ein Konzept. Mit der vorgelegten Planung werde ein verändertes Nutzerverhalten wie etwa bei der Lese-Wiese nicht erreicht. Sollte das Ziel die Beseitigung sicherheitsrelevanter Mängel und eine optische Aufwertung sein, seien 300 000 Euro "viel Geld".


Ausgewogenes Konzept

Reinhold Otzelberger sah das anders: "Auch wenn ich von Liegewiesen-Pädagogik nicht viel verstehe, für mich ist das Konzept ausgewogen."

Schmunzelnd fügte Landrat Hermann Ulm (CSU) an: "Und was machen wir, wenn ich mich als begeisterter Schulgärtner oute?"