Bereits zu Beginn konnten sich die Akteure der Blasmusikkapelle um Kapellmeister Otto Hack über einen gut besuchten Kerwa-Auftakt freuen, wobei gerade durch Liedvorträge der sympathischen Sängerin Jasmin Polster so manche heiße Weißwurst auf dem Teller wieder kalt wurde.
Die Mannen um Markus Glas, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Pretzfeld, hatten alle Hände voll zu tun, den "Kerwasbaam", eine 22 m lange Fichte aus dem Gemeindewald, mit Hilfe von fünf Schwalbenpaaren nahe der Pretzfelder Grundschule in Stellung zu bringen. Da wurde das Einfahren des Baumes in das Dorf durch die musikalische Begleitung der Musikkapelle Pretzfeld sowie einem mitgeführten Fass Freibier doch wesentlich erleichtert.
Ausstellungen sind bei der Pretzfelder Kerwa mittlerweile Tradition. So konnten sich die vielen Besucher gleich von zwei Ausstellungen in der Walter-Schottky-Grundschule inspirieren lassen. Der örtliche Fränkische Schweiz Verein zeigte die bereits 33. von Hermann Bieger initiierten Ausstellung mit dem Schwerpunktthema "Urkunden". In aufwendiger Kleinarbeit hatte Bieger etwa 400 Urkunden und Dokumente aus früheren Pretzfelder Zeiten zusammengetragen. Dabei war auch ein Foto der ältesten urkundlichen Erwähnung Pretzfelds aus dem Jahr 1145.
Natürlich durften die Dokumente von der 850-Jahrfeier Pretzfeld 1995 ebenso wenig fehlen wie die größte Urkunde (54 x 67 cm) "Der Landwirthschaftliche Verein Bayern" von 1864.

Freunde aus Bretzfeld

Zur Eröffnung der in zweijährigem Rhythmus stattfindenden Kunstausstellung mit Pretzfelder, aber auch mit Bretzfelder Künstlern aus der Hohenlohischen Freundschaftsgemeinde in Baden Württemberg, stellte in ihrer Begrüßung die Bürgermeisterin Rose Stark alle Künstler vor und freute sich darüber, dass diese gemeinsame Veranstaltung nunmehr zum 8. Mal stattfindet. Auch der Vorsitzende des Bretzfelder Kunstvereins, Wolfgang Steck, bestätigte in seinem Grußwort: "Wir freuen uns, dass wir hier unsere Werke ausstellen dürfen und kommen in zwei Jahren gerne wieder hier her." Viele private Freundschaften wurden bereits geknüpft. Und, so bestätigt Steck weiter, "für uns ist die Ausstellung eine persönliche Sache auf freundschaftlich kultureller Basis".
Bilder, Steinskulpturen oder selbst entworfene Kleidungsstücke wurden ebenso bestaunt, wie auch die von Elfriede Schwaderer, Bretzfeld, gefertigten Tonarbeiten. Sie gehört zu den Künstlern, die schon seit dem Jahr 2001, also von Anfang an die Kunstausstellung bereichern. Gerade an ihrem Stand fällt der "Feierabendfrosch" besonders ins Auge.
Der im vergangenen Monat neu in sein Amt eingeführte Pfarrer Florian Stark zelebrierte seinen ersten Pretzfelder-Herbstkirchweih-Festgottesdienst. Nach dem üblichen Frühschoppen unter musikalischer Begleitung der Blasmusikkapelle des Musikvereins Pretzfeld kündigte sich mit dem Betz`n-Austanzen ein weiterer Höhepunkt an. Nachdem die Herren ihre neun Tänzerinnen mit einer roten Rose an Dorfkirche St. Kilian abgeholt hatten, allen voran das Lamm "Strubbi", geführt von Christian Zöbelein, stieg mit der Spannung auch die Nervosität der Tanzpaare, die nicht nur mit den Takten des Musikvereins Pinzberg klar kommen mussten, sondern auch den von Christian Hetz eingestellten Wecker im Auge oder besser in den Ohren hatten.

20 Minuten Showdown

Nach 20 Minuten war dann auch schon der Showdown vorbei. Und das Siegerpaar Katja Priebusch, Kauffrau für Bürokommunikation und Christian Mader, Azubi-Elektroniker, beide aus Pretzfeld-Altreuth, brauchte eine Weile, um im Applaus der Zuschauer ihr Glück wahrhaben zu können. Ihr erster Gedanke "Nicht schon wieder!" Bereits vor drei Jahren war Priebusch beim Siegerpärchen dabei.