Das Ergebis der Stichwahl in Poxdorf ließ an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig: Für Amtsinhaberin Gunhild Wiegner (FW) stimmten 360 Wähler. Sie erhielt damit 41,5 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. Für ihren Herausforderer Paul Steins (CSU) sprachen sich 507 Personen aus, was 58,5 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen entspricht. Der neue Bürgermeister in Poxdorf heißt also Paul Steins.

Gleich nach Bekanntgabe des Ergebnisses konnte Steins zahlreiche Gratulationen entgegennehmen, unter anderem auch die von Gunhild Wiegner. Am Tag nach der Wahl räumte Gunhild Wiegner mit Bedauern ein, dass sie die Poxdorfer offenbar weder von ihren Erfolgen noch von ihren Zielen überzeugen konnte.

Mangelnde Unterstützung

In der Gemeinde sei aber in den vergangenen zwölf Jahren einiges unter Schwierigkeiten und oft gegen großen Widerstand bewegt worden. "Meine Mitbewerber haben Ziele aus meinem Programm übernommen und zu ihren eigenen gemacht", sagt Wiegner. Das sei ihr schon während des Wahlkampfs aufgefallen. Beispielsweise habe sie die finanzielle Unterstützung für Schule, Kita und Jugendpfleger im Gemeinderat gegen den Widerstand der Opposition durchgesetzt.

Nun verspreche der zukünftige Bürgermeister sogar eine kostenlose Hausaufgabenbetreuung. "Ich hoffe sehr, dass das auch umgesetzt wird, dass es sich nicht nur um eine Luftnummer handelt. Wenn etliches von dem, was ich angestoßen habe, realisiert wird, dann würde mich das sehr freuen", sagt Wiegner. In den vergangenen sechs Jahren sei ihr die Arbeit durch die "ständige Totalopposition" einiger Gemeinderäte sehr schwergemacht worden.

"Es verwundert mich sehr, dass der zukünftige Amtsinhaber, der ja die Uneinigkeit geradezu gepflegt hat, jetzt die Fahne der Einigkeit hochhält. Das passt absolut nicht zusammen", sagt Wiegner. Da es aber um das Wohl der Gemeinde gehe, hofft Wiegner, "dass ihm das auch gelingt".

Weitere politische Ziele hat Gunhild Wiegner nicht: Den Sitz im Gemeinderat, den sie auf der Liste der FW errungen hat, wird sie nicht in Anspruch nehmen, sondern an Monika Martin als Nachrückerin weitergeben. "Die Geschicke unseres Dorfs werde ich aber auch in Zukunft sehr genau verfolgen. Das liegt mir sehr am Herzen."
Ihrem Nachfolger wünscht sie die Stärke, "die er braucht, um die Dinge zu bewegen, die er sich vorgenommen hat".